KI-Newsletter #24 – OpenAI ruft die AGI-Ära aus, Nvidia kauft Hugging Face und die EPFL bringt der KI Zweifel bei
OpenAI ruft mit GPT-6 Astra die AGI-Ära aus – und schiebt gleich Not-Aus-Funktionen auf Druck des US-Kongresses nach. Nvidia bestätigt heute die Übernahme von Hugging Face für 12,9 Milliarden – der Deal ist offiziell. Anthropic legt einen maschinengeprüften Beweis von Fermats letztem Satz vor. Aus der Schweiz: Ab sofort können auch Schweizer KMU direkt Werbung in ChatGPT buchen, die Swiss AI Weeks 2026 laufen in 37 Städten – und EPFL-Forschende sparen mit ihrer neuen Methode GOLLuM über 40 Prozent Experimente. Das US-Justizministerium erklärt KI-Training zu Fair Use, Brüssel stuft ChatGPT als Suchmaschine unter DSA ein. Ab geht's.
Nvidia kauft Hugging Face – jetzt ist es offiziell
Nvidia hat die Übernahme von Hugging Face bestätigt: 12,93 Milliarden Dollar für die zentrale Plattform der offenen KI-Modelle. Jensen Huang verspricht, dass die Plattform hardware-neutral bleibt. Abgeschlossen ist der Deal aber erst 2027 – und nur, wenn die Wettbewerbsbehörden mitspielen.
Fermat maschinengeprüft – hier kann die KI nicht schwindeln
Anthropic hat den ersten vollständig maschinengeprüften Beweis von Fermats letztem Satz vorgelegt – 13 Millionen Zeilen Lean-Code, laut Anthropic in 11 Tagen. Kevin Buzzard hat den Code selbst kompiliert: Er geht durch.
ChatGPT-Werbung: Schweizer KMU können jetzt selbst buchen
Seit Ende August können Schweizer Werbetreibende Anzeigen in ChatGPT direkt über den Ads Manager buchen – ohne Agentur, ohne OpenAI-Sales. Das Mindest-Tagesbudget liegt bei 20 Franken. Personalisierte Werbung bleibt in der Schweiz vorerst gesperrt.
Swiss AI Weeks 2026: fünf Wochen KI zum Mitmachen
Bis zum 4. Oktober laufen in der ganzen Schweiz Hackathons, Elternabende und Podien rund um KI. Die Veranstalter melden 220 Partner und 37 Städte. Was wirklich im Kalender steht, was es kostet und was so ein Event-Marathon leisten kann.
EPFL gibt der KI Zweifel – und spart 40 Prozent Experimente
Forschende der EPFL koppeln ein Sprachmodell mit einem Gauss-Prozess, der zu jeder Vorhersage eine Unsicherheit mitliefert. Die Methode GOLLuM findet in 23 Benchmark-Aufgaben gute Versuchsbedingungen mit über 40 Prozent weniger Experimenten als klassische Verfahren – publiziert in Nature Machine Intelligence.
Claude Fable 5.1: stärker beim Coden, günstiger im Betrieb
Anthropic hat Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 veröffentlicht: deutlich bessere Werte bei agentischem Coding und Recherche, dazu ein um 75 Prozent gesenkter Cache-Preis – doch bei voller Effort-Stufe rechnet Artificial Analysis vor, dass die Rechnung höher ausfällt als bei Opus 5.
OpenAI baut Not-Aus-Funktionen – auf Druck des Kongresses
OpenAI sagt automatische Abschaltfunktionen zu – erst auf Druck des Kongresses und ohne die verlangten Logs. Was ein Not-Aus technisch bedeutet.
Manipulierte git-Repos: KI-Agenten führen fremden Code aus
Die Sicherheitsfirma Manifold hat acht Schwachstellen in sieben KI-Coding-Agenten offengelegt. Ein präpariertes Repository lässt Claude Code, Qwen Code oder goose beim Öffnen fremden Code ausführen – mit deinen Rechten, ausserhalb der Sandbox, bevor irgendein Dialog nachfragt. Vier Lücken waren bei Veröffentlichung noch offen.
Washington erklärt KI-Training zu Fair Use – erstmals vor Gericht
Das US-Justizministerium hat sich erstmals in ein KI-Urheberrechtsverfahren eingeschaltet – auf der Seite von OpenAI. Training mit geschützten Texten sei Fair Use, argumentiert die Regierung und beruft sich dabei auf die nationale Sicherheit. Für Verlage, Autorinnen und Musiklabels steht damit ihr stärkster Hebel auf dem Spiel.
Brüssel stuft ChatGPT als Suchmaschine ein
Die EU-Kommission hat ChatGPT als sehr grosse Online-Suchmaschine unter dem Digital Services Act eingestuft – als ersten KI-Chatbot überhaupt. Ausschlaggebend waren rund 159 Millionen monatliche Nutzer in der EU. Der DSA gilt in der Schweiz nicht, doch Bern schreibt gerade an einem Gesetz mit auffällig ähnlicher Logik.
New York verbietet KI an Schulen – die Schweiz macht das Gegenteil
New York City setzt generative KI für rund 600'000 Schülerinnen und Schüler bis zur 8. Klasse ein Jahr lang aus – das schärfste Schul-Moratorium der USA. In der Schweiz läuft die Bewegung genau umgekehrt: Kantone bauen KI-Zugänge und Leitfäden aus.
OpenClaw 2.0
Der wichtigste Open-Source-Agent des Jahres wird alltagstauglich: 933 Contributors, über 16'000 Pull Requests, und beim Setup erkennt OpenClaw 2.0 automatisch deine bestehenden KI-Abos – statt für jeden Anbieter einen eigenen API-Key zu verlangen. Für Schweizer KMU, die einen eigenen Agenten laufen lassen wollen, ohne sich an einen einzelnen US-Hyperscaler zu binden, ist OpenClaw 2.0 der derzeit gangbarste Weg – Apache 2.0, self-hostbar, mit Rollen- und Rechtemodell.
OpenAI
Eine Woche, die in die Firmengeschichte eingehen dürfte: OpenAI veröffentlicht GPT-6 Astra, Präsident Greg Brockman schliesst das Briefing mit «Welcome to the AGI era». Auf Druck des US-Kongresses sagt OpenAI erstmals automatische Not-Aus-Funktionen zu – ohne die verlangten Logs. Das Justizministerium in Washington stellt sich in der «NYT vs OpenAI»-Klage erstmals öffentlich auf OpenAIs Seite und deklariert KI-Training als Fair Use. Pentagon schaltet ChatGPT Mil für 3 Millionen Beschäftigte frei, ChatGPT Ads erreicht 1 Milliarde Umsatz-Run-Rate in unter 200 Tagen – und Brüssel stuft ChatGPT als VLOSE-Suchmaschine unter DSA ein. Substanz, Kontroverse und regulatorische Weichen: alles auf einmal.
GPT-6 Astra + AGI-Deklaration + Not-Aus auf Kongress-Druck + Fair-Use-Rückenwind vom DoJ + Pentagon-Freigabe + 1-Mrd-Ads-Run-Rate + DSA-VLOSE-Einstufung – alles in einer Woche.























