OpenAI baut eine zweite Preisstufe in ChatGPT Business ein: Premium Seats für 125 US-Dollar pro Nutzer und Monat, 100 Dollar bei Jahresabrechnung. Dafür gibt es fünfmal mehr Nutzung und kein Fünf-Stunden-Limit mehr; die Standard-Plätze bleiben bei 25 Dollar. Für ein KMU mit zehn Plätzen heisst das je nach Mischung bis zu 80 Prozent höhere Kosten – und die Frage, wer den teuren Platz wirklich braucht.
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Der Preis steigt exakt im gleichen Verhältnis wie die Nutzung – pro Einheit wird Premium keinen Rappen günstiger. Bezahlt wird in Wahrheit für den Wegfall der Fünf-Stunden-Grenze.
OpenAI baut eine zweite, deutlich teurere Preisstufe in ChatGPT Business ein. Premium Seats kosten 125 US-Dollar pro Nutzer und Monat, bei Jahresabrechnung 100 Dollar. Dafür bekommst du die fünffache Nutzungskapazität und kein Fünf-Stunden-Limit mehr. Die bestehenden Standard-Plätze bleiben bei 25 Dollar pro Monat (20 Dollar jährlich). Angekündigt hat OpenAI das am 10. August 2026 — buchen kannst du Premium noch nicht, der Start läuft über eine Warteliste.
Rechne kurz nach: 125 geteilt durch 25 ergibt genau 5. Und 100 durch 20 ebenfalls. Der Preis skaliert also exakt mit dem Nutzungsvielfachen — pro Einheit Nutzung wird Premium keinen Rappen günstiger.
Was du zusätzlich bekommst: Das Fünf-Stunden-Nutzungslimit fällt weg, und das Kontingent setzt laut OpenAI in «planbaren wöchentlichen Resets» zurück. Wer trotzdem ans Limit stösst, kauft geteilte Workspace-Credits dazu.
Konkret heisst das für ein KMU mit zehn ChatGPT-Business-Plätzen, jährlich abgerechnet:
Die realistische Variante kostet dich also 1'920 Dollar mehr pro Jahr — ein Plus von 80 Prozent für zwei aufgewertete Plätze. OpenAI weist alle Preise in US-Dollar aus; was am Ende in Franken auf deiner Rechnung steht, hängt vom Kurs deines Kartenanbieters ab.
Wer sich bis zum 20. August auf die Warteliste setzt, bekommt zudem 100 Dollar Workspace-Credits pro Premium-Platz, maximal 500 Dollar für fünf Plätze — begrenzt auf die ersten 10'000 berechtigten Business-Kunden. Bhupendra Chopra, Chief Revenue Officer beim Dienstleister Kanerika, warnt gegenüber CIO.com allerdings: Das sei kein Rabatt, Credits seien «Währung in OpenAIs metered layer» — also ein Anschub für genau jenen Verbrauch, der später extra kostet.
Der eigentliche Hebel ist dieses Zeitlimit. Sanchit Vir Gogia, Chefanalyst bei Greyhound Research, zeichnet gegenüber CIO.com dessen kurze Geschichte nach: Am 12. Juli habe OpenAI die Fünf-Stunden-Grenze kostenlos gestrichen, Ende Juli wieder eingeführt, am 10. August sei sie zum kostenpflichtigen Recht geworden. Seine Lesart: Das ist weniger Segmentierung als Rationierung.
Wann lohnt sich der Aufpreis? «Fang nicht bei den Personen an, sondern bei deinen Abrechnungsdaten», rät Chopra. Wer regelmässig Credits nachkaufen muss, fährt mit einem fixen Premium-Platz womöglich günstiger und planbarer. Wer ChatGPT zweimal pro Woche öffnet, braucht ihn nicht — auch nicht in der Geschäftsleitung. Vielnutzer beschreibt ein Arbeitsmuster, keinen Titel.
Der Trost: Du musst nicht für alle gleich entscheiden. Standard- und Premium-Plätze lassen sich im selben Workspace mischen und jederzeit umhängen. Und es gibt einen dritten Weg — Microsoft ersetzt bei Copilot teure OpenAI- und Anthropic-Modelle durch günstigere. Wer seine Kosten nicht mit dem Token-Hunger agentischer KI mitwachsen lassen will, verlagert Routinearbeit auf offene oder billigere Modelle und hält die teuren Plätze für das frei, was sie wirklich verlangt.
Anthropic hat den EU-Verhaltenskodex zur Transparenz von KI-Inhalten unterzeichnet und markiert Claudes Ausgaben deshalb maschinenlesbar – nicht nur in Europa, sondern überall. Text bekommt ein unsichtbares Wasserzeichen, Dateien signierte Herkunftsdaten. Was das für Schweizer Firmen bedeutet, die in die EU liefern.