Mit Jonas Adler und Alexander Pritzel verliert Google zwei weitere Schlüsselköpfe hinter Gemini an Anthropic. Es ist bereits der vierte hochkarätige Abgang in nur sechs Tagen – und ein Lehrstück darüber, wie die nahenden Börsengänge von OpenAI und Anthropic Talente abwerben.
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Nach Noam Shazeer und Nobelpreisträger John Jumper verliert Google mit Adler und Pritzel zwei weitere Gemini-Schlüsselköpfe an Anthropic – Treiber sind die nahenden Börsengänge.
Der Aderlass bei Googles KI-Sparte geht weiter. Mit Jonas Adler und Alexander Pritzel wechseln zwei weitere Schlüsselfiguren hinter dem Modell Gemini zum Rivalen Anthropic – es sind die nächsten Namen in einer Reihe, die in nur sechs Tagen erstaunlich lang geworden ist.
Adler und Pritzel galten intern als wichtige Köpfe bei der Entwicklung von Gemini, Googles Vorzeigemodell. Adler arbeitete am KI-Coding, Pritzel am Training der Modelle – also genau an den Fähigkeiten, um die sich der aktuelle Wettlauf dreht. Beide gehen zu Anthropic, der Firma hinter Claude.
Google hat sich auf Nachfrage bisher nicht zu den Abgängen geäussert.
Die zwei sind kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters. Vergangene Woche kündigte mit Noam Shazeer eine Legende: Der Mitautor der berühmten Transformer-Arbeit «Attention Is All You Need» war seit 2000 bei Google – unterbrochen nur von drei Jahren mit seinem Start-up Character.AI, das Google für rund 2,7 Milliarden Dollar zurück ins Haus holte. Shazeer geht zu OpenAI.
Nur Tage später zog John Jumper nach, Direktor bei Google DeepMind. Jumper erhielt 2024 zusammen mit DeepMind-Chef Demis Hassabis den Chemie-Nobelpreis für AlphaFold, eine KI, die die 3D-Struktur von Proteinen vorhersagt. Sein Ziel: ebenfalls Anthropic.
Warum jetzt? OpenAI und Anthropic bereiten ihre Börsengänge vor. Wer kurz vor einem IPO einsteigt, kann auf einen seltenen Geldsegen über Aktienpakete hoffen – ein Lockmittel, gegen das selbst gut bezahlte Big-Tech-Stellen schwer ankommen.
Einordnung: Für Google ist der Verlust mehr als ein Personalthema. Talent ist im KI-Rennen die knappste Ressource, und ausgerechnet die Architekten von Gemini wandern zur Konkurrenz ab. Auch für die Schweiz ist das relevant: Google beschäftigt in Zürich tausende Entwickler, und der globale Bieterkampf um KI-Köpfe macht vor dem hiesigen Standort nicht halt.