Die NVIDIA GTC 2026 liefert an Tag 2 und 3 Mega-Deals: Uber bringt 100'000 Robotaxis auf die Strasse, der Groq-3-Chip verspricht 35-fache Effizienz – und mit ABB und Cosmo Pharmaceuticals stehen gleich zwei Schweizer Unternehmen im Rampenlicht.

NVIDIA verwandelt die GTC in eine Plattform für Branchenpartnerschaften – von autonomen Uber-Taxis über Groq-3-Inferenz-Chips bis zu ABBs Physical-AI-Robotern und Cosmo Pharmaceuticals' Echtzeit-KI-Endoskopie.
Die zweite Hälfte der GTC 2026 hat geliefert: NVIDIA-CEO Jensen Huang sprach vom «ChatGPT-Moment für autonomes Fahren», der Groq-3-Chip aus der 20-Milliarden-Dollar-Übernahme wurde konkret – und gleich zwei Schweizer Unternehmen standen auf der GTC-Bühne.
Die wohl grösste Ankündigung an Tag 2: NVIDIA und Uber wollen ab H1 2027 autonome Robotaxis in Los Angeles und San Francisco einsetzen – und bis 2028 auf 28 Städte auf vier Kontinenten ausweiten. Das Ziel: über 100'000 Level-4-Fahrzeuge auf der Uber-Plattform, betrieben mit NVIDIAs DRIVE AV Software, den offenen Alpamayo-Modellen und dem ASIL-D-zertifizierten Halos OS – einem sicherheitszertifizierten Betriebssystem für autonome Fahrzeuge.
Parallel schlossen sich BYD, Geely, Nissan und Isuzu dem DRIVE-Hyperion-Programm an – vier Hersteller, die zusammen 18 Millionen Fahrzeuge pro Jahr produzieren. Hyundai/Kia erweitert die Partnerschaft von Fahrassistenz (L2+) auf vollautonomes Fahren (L4). Und Wayve zeigte mit Nissan einen Robotaxi-Prototypen auf LEAF-Basis, der Ende 2026 in Tokio bei Uber pilotiert wird.
Der erste Chip aus NVIDIAs Groq-Übernahme vom Dezember 2025 nimmt Gestalt an: Das Groq-3-LPX-Rack mit 256 LPUs – Spezialchips für extrem schnelle KI-Inferenz – ergänzt die Vera-Rubin-Plattform für Anwendungen, bei denen jede Millisekunde zählt. NVIDIA verspricht eine 35-fache Steigerung der Tokens-pro-Watt-Performance. Shipping: Q3 2026.
Für NVIDIA steckt dahinter eine 300-Milliarden-Dollar-jährliche Revenue-Opportunity – doppelt so viel wie Vera Rubin allein. Erste Kunden: Hudson River Trading und Jump Trading nutzen die Technologie bereits für algorithmischen Handel.
ABB Robotics aus Zürich, FANUC, KUKA und YASKAWA – zusammen verantwortlich für über zwei Millionen installierte Roboter weltweit – integrieren NVIDIAs Omniverse und Isaac-Simulationsframeworks in ihre Produktionslinien. Das neue GR00T-N2-Modell – ein Vision-Language-Action-Modell, also eine KI, die sieht, versteht und handelt – erreicht eine doppelt so hohe Erfolgsrate wie bisherige führende Robotik-Modelle.
Insgesamt wurden 110 Roboter am GTC gezeigt – darunter Disneys Olaf aus Frozen, der am 29. März in Disneyland Paris debütiert.
Der an der SIX kotierte Schweizer Konzern Cosmo Pharmaceuticals präsentiert am 19. März die Session «Engineering Medical Grade Platforms for Real Time AI». Das GI-Genius-Endoskopiesystem nutzt NVIDIA Holoscan und IGX Thor für KI-gestützte Koloskopie – also die Echtzeit-Erkennung von Polypen während einer Darmspiegelung. Entwickelt in Partnerschaft mit Medtronic.
Die Hyperscaler ziehen mit: Microsoft Azure ist der erste Cloud-Anbieter mit aktivem Vera Rubin NVL72-System, Oracle kündigte einen neuen OCI-Supercluster an, und Google Cloud plant Vera-Rubin-Support. NVIDIAs Cloud-Partner haben ihren AI-Factory-Footprint gegenüber dem Vorjahr verdoppelt: über eine Million GPUs und 1,7 Gigawatt KI-Kapazität – verglichen mit 400'000 GPUs und 550 Megawatt bei der GTC 2025.
Die GTC 2026 zeigt ein klares Muster: NVIDIA verschiebt sich vom Chip-Verkäufer zur Plattform, die ganze Branchen orchestriert. Uber fährt mit NVIDIA-Software, ABB simuliert mit Omniverse, Cosmo operiert mit Holoscan. Für die Schweiz ist diese GTC besonders relevant: Mit ABB und Cosmo Pharmaceuticals stehen zwei heimische Unternehmen im Zentrum von NVIDIAs Physical-AI- und Healthcare-Strategie.
Und am Rande: Jensen Huang moderierte heute ein Panel zu Open-Source-KI-Modellen mit Mira Muratis neuem Unternehmen Thinking Machines Lab und Cursor – beides NVIDIA-Investments. Dazu kamen Ankündigungen zu DLSS 5 (neuronales Rendering im Herbst), einem Weltraum-Rechenmodul mit Axiom Space und einer Supply-Chain-KI von IBM und Nestlé. Die GTC wird zur Messe für alles, was rechnet.
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Anthropic verpflichtet sich gegenüber Google Cloud zu Ausgaben von 200 Milliarden Dollar über fünf Jahre – plus 40 Milliarden Direktinvestment von Alphabet. Die grösste Cloud-Verpflichtung, die je publik wurde.
Anthropic verpflichtet sich zu 200 Mrd. Dollar Ausgaben bei Google Cloud über 5 Jahre – die grösste Cloud-Verpflichtung der KI-Geschichte.

Anthropic hat einen Compute-Deal mit SpaceX über die volle Kapazität des Colossus-1-Datacenters in Memphis verkündet: 300 Megawatt, über 220'000 NVIDIA-GPUs. Parallel verdoppeln sich die 5h-Limits in Claude Code, die Peak-Hour-Drosselung fällt weg, und API-Limits für Opus steigen massiv. Im Vertrag versteckt: Interesse an orbitaler Compute-Kapazität.
Mehr Compute, weniger Limits, härteres Statement im Compute-Wettrüsten – und Musks SpaceX als unerwarteter Lieferant.

Das Miami-Startup Subquadratic ist mit einer 29-Mio.-Dollar-Seed-Runde gestartet und stellt SubQ 1M-Preview vor – ein Sprachmodell mit 12 Mio. Token Kontext und einer neuen Aufmerksamkeits-Architektur (SSA), die Compute linear statt quadratisch skaliert. CEO ist Justin Dangel, CTO Alex Whedon (Ex-Meta).
Wenn die Sparse-Attention-Architektur unabhängig verifiziert wird, ist das der grösste Architektur-Sprung seit dem Transformer – aber bisher fehlen Weights, Peer-Review und API-Pricing.