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KI-Ausgaben sinken – Tokenpreise fallen um 41 Prozent

Die grössten KI-Ausgeber der USA zahlten im August 9,7 Prozent weniger pro Mitarbeitenden. Der effektive Preis pro Million Token ist laut Ramp AI Index seit März um 41 Prozent auf 0.68 Dollar gefallen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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11. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration einer Ladenwaage mit kippendem Münzstapel und Kassenbon, kinewsletter.ch Stil
Illustration einer Ladenwaage mit kippendem Münzstapel und Kassenbon, kinewsletter.ch Stil
INHALT
017'205 Dollar – und der Trend zeigt nach unten02Sonnet statt Opus03Was Kartendaten nicht zeigen04Für Schweizer KMU wird die Rechnung einfacher
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017'205 Dollar – und der Trend zeigt nach unten02Sonnet statt Opus03Was Kartendaten nicht zeigen04Für Schweizer KMU wird die Rechnung einfacher
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Tokenpreise fallen schneller, als das Nutzungsvolumen wächst – für Anbieter ein Risiko, für Schweizer KMU ein Kostenvorteil, der Model-Routing und vorsichtige Preisannahmen im Business Case nahelegt.

Die amerikanischen Unternehmen, die am meisten für KI ausgeben, haben im August 9,7 Prozent weniger pro Mitarbeitenden gezahlt als im Juli. Das zeigt der Ramp AI Index für September 2026, den der US-Finanzdienstleister Ramp am 9. September veröffentlicht hat. Ein wesentlicher Grund: Der effektive Preis pro Million Token – Token sind die Recheneinheit, in der KI-Modelle abgerechnet werden, grob ein Wortteil – ist seit dem Höchststand im März um 41 Prozent gefallen, von 1.15 auf 0.68 US-Dollar.

7'205 Dollar – und der Trend zeigt nach unten

Ramp wertet die Kartenzahlungen seiner rund 70'000 US-Geschäftskunden aus. Beim obersten einen Prozent der KI-Ausgeber sank der mittlere Betrag pro Mitarbeitenden und Monat von 7'976 auf 7'205 US-Dollar. Ausgerechnet diese Gruppe ist für die Modellanbieter entscheidend: Sie steht laut Ramp-Chefökonom Ara Kharazian für rund 80 Prozent der Enterprise-Umsätze von OpenAI und Anthropic, wie er gegenüber «Fortune» sagte.

Die Verbreitung wächst weiter, aber langsamer: 43,8 Prozent der US-Unternehmen zahlten im August für Anthropic (plus 0,34 Prozentpunkte), 39,8 Prozent für OpenAI (plus 0,09).

Sonnet statt Opus

Der Rückgang ist zu einem guten Teil eine bewusste Entscheidung. Frontier-Modelle – die jeweils stärksten und teuersten Modelle einer Generation – machten Anfang September noch 45 Prozent aller verbrauchten Token aus. Im August lag der Spitzenwert bei 53 Prozent. Firmen verschieben die Nutzung auf günstigere Standardmodelle und setzen dafür firmenweite Voreinstellungen.

Standardmodelle seien weiterhin sehr leistungsfähig und dabei deutlich kosteneffizienter, berichtet Ramp aus Kundengesprächen.

Offene Modelle sind dabei kaum ein Faktor: Nur 6,4 Prozent der KI-zahlenden Unternehmen auf der Ramp-Plattform nutzen sie, über alle Firmen hinweg 3,6 Prozent.

Was Kartendaten nicht zeigen

Bei aller Deutlichkeit der Kurven: Der Index misst Kartenzahlungen einer technikaffinen US-Kundschaft, nicht den Gesamtmarkt. Ramp kommt für August auf 56 Prozent KI-zahlende Kunden – die Business Trends and Outlook Survey des US Census Bureau kam im gleichen Zeitraum laut «TechCrunch» dagegen auf lediglich 22 Prozent KI-nutzende Betriebe. Ramp selbst weist darauf hin, dass die Top-1-Prozent-Gruppe klein und deshalb schwankungsanfällig ist; der Juli-Wert wurde nachträglich nach oben korrigiert. Dazu kommt der Ferienmonat August. Ein Monat ist noch kein Trend.

Für Schweizer KMU wird die Rechnung einfacher

Was für die Anbieter ein Problem ist, ist für Anwender eine gute Nachricht: Bei minus 41 Prozent in einem halben Jahr werden Anwendungsfälle rentabel, die vorher zu teuer waren – Dokumentenauswertung, Übersetzungen im grossen Stil, Support-Automatisierung. Laut der AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie vom Oktober 2025 integrieren 34 Prozent der Schweizer KMU KI bewusst in ihre Arbeitsprozesse, nach 22 Prozent im Vorjahr.

Zwei Konsequenzen: Erstens lohnt sich Model-Routing – nicht jede Anfrage braucht das teuerste Modell. Zweitens solltest du ein KI-Projekt nicht mit den Preisen von heute durchrechnen. Wer den Business Case auf aktuellen Tarifen aufbaut, unterschätzt die Marge von morgen.

Quellen

Ramp AI Index – September 2026 (Ramp Economics Lab)↗ EXTERNER LINKAI compute is getting cheaper (Fortune)↗ EXTERNER LINKAI spend per employee slumped at top firms in August (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKTop AI spenders cut per-employee costs by nearly 10 percent in August (The Decoder)↗ EXTERNER LINKKMU-Arbeitsmarktstudie 2025: KI (AXA/Sotomo)↗ EXTERNER LINK
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