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Midjourney baut einen Ganzkörper-Scanner

Die KI-Bildfirma Midjourney baut einen medizinischen Ganzkörperscanner, der den Körper in 60 Sekunden durchleuchtet – in einem eigenen Spa. Das erste soll 2027 in San Francisco öffnen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
18. JUNI 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration eines runden Wasserbeckens mit Sensorring, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines runden Wasserbeckens mit Sensorring, dark, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Eine halbe Million winziger Delfine02Das Spa als trojanisches Pferd0350'000 Scanner und grosse Versprechen04Warum das mehr ist als eine Kuriosität
INHALT
01Eine halbe Million winziger Delfine02Das Spa als trojanisches Pferd0350'000 Scanner und grosse Versprechen04Warum das mehr ist als eine Kuriosität
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Midjourney pivotiert überraschend in die Medizin: ein Ultraschall-Ganzkörperscanner, der in 60 Sekunden scannt – beiläufig im Spa.

Man musste zweimal aufs Datum schauen, um sicherzugehen, dass es kein 1. April ist: Midjourney, bekannt für KI-generierte Bilder aus Textbefehlen, baut neu einen medizinischen Ganzkörperscanner. Unter dem Namen Midjourney Medical will die Firma den Körper in 60 Sekunden durchleuchten – «so kraftvoll wie ein MRI und so beiläufig wie ein Besuch im Spa».

Eine halbe Million winziger Delfine

Das Prinzip klingt nach Science-Fiction. Du stellst dich auf eine Plattform, die dich langsam – rund fünf Zentimeter pro Sekunde – in ein flaches Becken mit warmem Wasser absenkt. Dabei passierst du einen Ring aus einer halben Million winziger Quadrate, jedes so gross wie ein Sandkorn. Jedes dieser Elemente ist zugleich winziger Lautsprecher und Mikrofon: Es sendet Ultraschallwellen aus und zeichnet auf, wie sie von deinem Körper zurückprallen.

Midjourney vergleicht das mit Delfinen, die per Echoortung «sehen». Aus dem Zusammenspiel der Wellen rekonstruiert ein Rechencluster ein dreidimensionales Bild des Körperinneren – laut Firma «bis auf den Bruchteil eines Millimeters» genau und ähnlich einem MRI, aber rund hundertmal schneller. Zum Vergleich: Ein Ganzkörper-MRI dauert heute 60 bis 90 Minuten.

Technisch steht die Firma dabei nicht allein da. Den Scanner entwickelt sie zusammen mit Butterfly Network, einem Hersteller von Ultraschall-Chips. Midjourney sicherte sich bereits im November 2025 die exklusiven Rechte an dessen «Ultrasound-on-Chip»-Technologie. Geleitet wird das Projekt von Ahmad Abbas, der zuvor bei Apple an der Vision Pro arbeitete.

Das Spa als trojanisches Pferd

Der vielleicht ungewöhnlichste Teil: Midjourney baut den Scanner nicht für Spitäler, sondern für ein eigenes Spa. Das erste soll 2027 mitten in San Francisco öffnen – mit Whirlpools, Saunen, Kältebecken und Räumen voller goldenem Licht, in denen der Scan beiläufig passiert.

Die Idee dahinter: Der Scan soll sich anfühlen wie ein Nebeneffekt, nicht wie ein Arzttermin. Du gehst ins Spa, weil es schön ist – und nimmst nebenbei eine wachsende Datenbank über deinen eigenen Körper mit nach Hause. Über die Zeit liessen sich Veränderungen verfolgen, mit Ärztinnen, Coaches oder KI besprechen und in den Alltag einbauen.

50'000 Scanner und grosse Versprechen

Midjourneys Ehrgeiz ist enorm. In den nächsten zwölf Monaten werden Algorithmen und Hardware verfeinert, danach folgen eine zweite und ab 2028 eine dritte Generation mit eigens entwickelten Chips. Bis 2031 will die Firma weltweit über 50'000 Scanner betreiben – genug für rund eine Milliarde Scans pro Monat. Die kühnste Behauptung: Mit genügend Früherkennung liessen sich «30 Prozent aller Todesfälle und 50 Prozent aller Gesundheitskosten» vermeiden.

Solche Zahlen sind mit Vorsicht zu geniessen. Sie stammen von der Firma selbst, nicht aus Studien. Und bevor der Scanner mehr darf als grobe Körperzusammensetzungs-Karten liefern, braucht es die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA – ein Prozess, den Midjourney mit laufenden Testresultaten beschreiten will.

Warum das mehr ist als eine Kuriosität

Bemerkenswert ist auch das Geschäftsmodell. Midjourney hat keine Investoren, sondern finanziert sich nach eigenen Angaben über zahlende Nutzerinnen und Nutzer – ein «community-finanziertes Forschungslabor». Elon Musk kommentierte die Ankündigung knapp mit «Cool».

Einordnung: Vorsorgliche Ganzkörper-Scans sind auch bei uns ein Trend – und umstritten, weil sie oft harmlose Auffälligkeiten zutage fördern und unnötige Folgeuntersuchungen auslösen. Dass nun ausgerechnet eine Bild-KI-Firma dieses Feld aufmischt, zeigt, wie weit die grossen KI-Player ihre Ambitionen stecken. Ob aus der Vision ein reales Gerät wird, entscheidet sich erst, wenn die ersten Scanner – und die FDA – geliefert haben.

Quellen

A New Era of Midjourney – Midjourney Medical↗ EXTERNER LINKMidjourney is developing a full-body ultrasonic scanner – Engadget↗ EXTERNER LINKAI image firm Midjourney spins up health division, unveils 'Ultrasonic CT' – R&D World↗ EXTERNER LINKAI Startup Midjourney Pivots to Health With Ultrasound Machine – Bloomberg↗ EXTERNER LINK
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