65 Prozent der Wissensarbeitenden blicken laut einer Adaptavist-Studie regelmässig nostalgisch auf die Arbeitswelt vor generativer KI zurück – 38 Prozent würden die Tools am liebsten ganz abschaffen. Der Haupttreiber: eine «Verifikations-Steuer», weil das Prüfen von KI-Output den Zeitgewinn auffrisst.
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KI-Adoption ist nicht gleich Akzeptanz: Wer Teams nicht erklärt, wozu sie KI nutzen sollen, und minderwertigen KI-Output zulässt, produziert Nostalgie statt Produktivität – die Studie stammt allerdings von einer Beratung, die an KI-Einführungen verdient.
Fast vier Jahre nach dem ChatGPT-Start macht sich in den Büros Ernüchterung breit: 65 Prozent der Wissensarbeitenden blicken regelmässig nostalgisch auf die Arbeitswelt vor der breiten KI-Einführung zurück – und 38 Prozent würden generative KI-Tools komplett abschaffen, wenn sie könnten. Das zeigt der neue Report «Understanding the human cost of AI transformation» der britischen Digital-Beratung Adaptavist, für den im März 2026 insgesamt 2'500 Wissensarbeitende in Grossbritannien, den USA, Kanada, Deutschland und Spanien befragt wurden. Deutsche Medien wie heise berichteten zunächst von «fast drei Vierteln» – im Originalreport steht diese Zahl nicht, Adaptavist selbst nennt 65 Prozent.
Der grösste Frustfaktor ist ausgerechnet das, was KI eigentlich beseitigen sollte: Mehrarbeit. 42 Prozent verbringen laut Report mehr Zeit damit, KI-Output zu prüfen und zu korrigieren, als sie durch die Tools einsparen – Adaptavist nennt das die «Verifikations-Steuer». 49 Prozent sagen, minderwertiger KI-Output bremse ihre Projekte, 55 Prozent glauben, KI-generierte Inhalte senken die Team-Effizienz. Fast die Hälfte ärgert sich zudem, dass Aufgaben, für die sie jahrelang Expertise aufgebaut haben, nun fast jede Person mit einem KI-Tool erledigen kann.
Überraschend: Am stärksten wünscht sich die Prä-KI-Welt ausgerechnet die Digital-Generation zurück – 42 Prozent der Gen Z bevorzugen sie, gegenüber 26 Prozent der Gen X. Ein Pauschal-Nein zur Technologie ist das aber nicht: wünschen sich sogar mehr KI-Einsatz in ihrer Organisation. Das Problem sitzt tiefer: 36 Prozent verstehen oft nicht, warum sie in ihrer Rolle überhaupt KI nutzen sollen, und ebenso viele berichten von KI-Müdigkeit und schrauben ihre Nutzung zurück. Adoption sei nicht gleich Engagement, folgert Adaptavist – Firmen messen, wer KI wie oft nutzt, statt was sie bewirkt.
Für die Schweiz ist der Befund ein Kontrastprogramm: Hierzulande nutzen laut Accenture 49 Prozent der Beschäftigten täglich KI-Tools – Spitzenwert in Europa, während in vergleichbaren Märkten wie Deutschland die Stimmung offenbar bereits kippt. Wie stark KI Aufgabenprofile schon heute verschiebt, zeigen auch OpenAI-Daten. Ein Vorbehalt bleibt: Die Studie ist eine Auftragsarbeit einer Beratung, die mit KI-Einführungsprojekten Geld verdient, und beruht auf Selbstauskünften. Die Kernbotschaft dürfte trotzdem sitzen – wer KI nur ausrollt, ohne das «Warum» zu klären, erntet Nostalgie statt Produktivität.
Laut einem Bericht der Financial Times hat Google DeepMind das Team hinter dem Nobelpreis-prämierten AlphaFold aufgelöst: Die meisten Original-Autoren sind intern versetzt, fast ein Viertel hat das Unternehmen verlassen. Nobelpreisträger John Jumper wechselt zu Anthropic.