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KI-Müdigkeit: Zwei Drittel vermissen die Arbeitswelt vor ChatGPT

65 Prozent der Wissensarbeitenden blicken laut einer Adaptavist-Studie regelmässig nostalgisch auf die Arbeitswelt vor generativer KI zurück – 38 Prozent würden die Tools am liebsten ganz abschaffen. Der Haupttreiber: eine «Verifikations-Steuer», weil das Prüfen von KI-Output den Zeitgewinn auffrisst.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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30. JULI 2026
2 MIN. LESEZEIT
Illustration einer blauen Schreibmaschine und müder Büroszene, kinewsletter.ch Stil
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INHALT
01Die Verifikations-Steuer frisst den Zeitgewinn02Gen Z will zurück – und trotzdem mehr KI03Fleissigste Nutzer, kippende Stimmung
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01Die Verifikations-Steuer frisst den Zeitgewinn02Gen Z will zurück – und trotzdem mehr KI03Fleissigste Nutzer, kippende Stimmung
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KI-Adoption ist nicht gleich Akzeptanz: Wer Teams nicht erklärt, wozu sie KI nutzen sollen, und minderwertigen KI-Output zulässt, produziert Nostalgie statt Produktivität – die Studie stammt allerdings von einer Beratung, die an KI-Einführungen verdient.

Fast vier Jahre nach dem ChatGPT-Start macht sich in den Büros Ernüchterung breit: 65 Prozent der Wissensarbeitenden blicken regelmässig nostalgisch auf die Arbeitswelt vor der breiten KI-Einführung zurück – und 38 Prozent würden generative KI-Tools komplett abschaffen, wenn sie könnten. Das zeigt der neue Report «Understanding the human cost of AI transformation» der britischen Digital-Beratung Adaptavist, für den im März 2026 insgesamt 2'500 Wissensarbeitende in Grossbritannien, den USA, Kanada, Deutschland und Spanien befragt wurden. Deutsche Medien wie heise berichteten zunächst von «fast drei Vierteln» – im Originalreport steht diese Zahl nicht, Adaptavist selbst nennt 65 Prozent.

Die Verifikations-Steuer frisst den Zeitgewinn

Der grösste Frustfaktor ist ausgerechnet das, was KI eigentlich beseitigen sollte: Mehrarbeit. 42 Prozent verbringen laut Report mehr Zeit damit, KI-Output zu prüfen und zu korrigieren, als sie durch die Tools einsparen – Adaptavist nennt das die «Verifikations-Steuer». 49 Prozent sagen, minderwertiger KI-Output bremse ihre Projekte, 55 Prozent glauben, KI-generierte Inhalte senken die Team-Effizienz. Fast die Hälfte ärgert sich zudem, dass Aufgaben, für die sie jahrelang Expertise aufgebaut haben, nun fast jede Person mit einem KI-Tool erledigen kann.

Gen Z will zurück – und trotzdem mehr KI

Überraschend: Am stärksten wünscht sich die Prä-KI-Welt ausgerechnet die Digital-Generation zurück – 42 Prozent der Gen Z bevorzugen sie, gegenüber 26 Prozent der Gen X. Ein Pauschal-Nein zur Technologie ist das aber nicht: wünschen sich sogar mehr KI-Einsatz in ihrer Organisation. Das Problem sitzt tiefer: 36 Prozent verstehen oft nicht, warum sie in ihrer Rolle überhaupt KI nutzen sollen, und ebenso viele berichten von KI-Müdigkeit und schrauben ihre Nutzung zurück. Adoption sei nicht gleich Engagement, folgert Adaptavist – Firmen messen, wer KI wie oft nutzt, statt was sie bewirkt.

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67 Prozent

Fleissigste Nutzer, kippende Stimmung

Für die Schweiz ist der Befund ein Kontrastprogramm: Hierzulande nutzen laut Accenture 49 Prozent der Beschäftigten täglich KI-Tools – Spitzenwert in Europa, während in vergleichbaren Märkten wie Deutschland die Stimmung offenbar bereits kippt. Wie stark KI Aufgabenprofile schon heute verschiebt, zeigen auch OpenAI-Daten. Ein Vorbehalt bleibt: Die Studie ist eine Auftragsarbeit einer Beratung, die mit KI-Einführungsprojekten Geld verdient, und beruht auf Selbstauskünften. Die Kernbotschaft dürfte trotzdem sitzen – wer KI nur ausrollt, ohne das «Warum» zu klären, erntet Nostalgie statt Produktivität.

Quellen

Understanding the human cost of AI transformation – Report-PDF (Adaptavist, 2026)↗ EXTERNER LINKUnderstanding the human cost of AI transformation – Report-Übersicht (Adaptavist)↗ EXTERNER LINKThe great AI regret: Two-thirds of workers feel nostalgic for pre-AI work (Adaptavist-Pressemitteilung via EIN Presswire/AIthority)↗ EXTERNER LINKTwo-thirds of workers are so fed up with 'AI slop' that they 'feel nostalgic for pre-AI work' (IT Pro)↗ EXTERNER LINKThe White Collar exodus: One third of Knowledge Workers planning career exit due to AI fears (The Adaptavist Group)↗ EXTERNER LINKKI-Müdigkeit: Fast drei Viertel wünschen sich die Arbeitswelt vor ChatGPT zurück (Heise)↗ EXTERNER LINK
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