Microsoft steigert den Umsatz dank Azure und Copilot um 18 Prozent auf 90 Milliarden Dollar – Metas KI-Ausgaben drücken den Free Cashflow auf 784 Millionen. Zwei KI-Wetten, zwei völlig verschiedene Bilanzen.
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Microsoft verdient mit KI bereits Geld – inklusive 3,2 Milliarden Dollar Gewinn aus der Anthropic-Beteiligung –, während Meta mit Kosten von plus 55 Prozent auf künftige persönliche KI-Agenten wettet.
Microsoft und Meta haben am 29. Juli nachbörslich ihre Quartalszahlen vorgelegt – und gegensätzlicher könnten zwei KI-Bilanzen kaum ausfallen. Microsoft steigerte den Umsatz im vierten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) um 18 Prozent auf 90,0 Milliarden Dollar, die Aktie legte nachbörslich rund 8 Prozent zu. Meta wuchs mit 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar sogar schneller – doch explodierende KI-Kosten drückten den Free Cashflow auf magere 784 Millionen Dollar. Die Meta-Aktie verlor nachbörslich fast 10 Prozent.
Bei Microsoft liefert die KI-Wette inzwischen auf allen Ebenen: Azure wuchs im Quartal um 43 Prozent und knackte laut Konzernchef Satya Nadella im Gesamtjahr erstmals die 100-Milliarden-Dollar-Marke. Der Microsoft 365 Copilot zählt über 30 Millionen bezahlte Lizenzen, der Auftragsbestand (bereits zugesicherte, noch nicht verbuchte Umsätze) stieg um 84 Prozent auf 678 Milliarden Dollar. Selbst die Beteiligungen zahlen ein: Die im November 2025 eingegangene Anthropic-Beteiligung brachte 3,2 Milliarden Dollar Quartalsgewinn, die OpenAI-Anteile steuerten im Geschäftsjahr rund 4,96 Milliarden bei – im Schlussquartal allerdings nur noch 480 Millionen, TechCrunch nennt sie eine «mixed bag». Nebenbei bestätigte Nadella für dieses Jahr eine Copilot-«Super App», die Chat, Coding und Agenten vereint – während Microsoft mit eigenen Modellen zunehmend offen gegen OpenAI und Anthropic antritt.
Meta zeigt die andere Seite des KI-Booms: Die Kosten schossen um 55 Prozent auf 42,0 Milliarden Dollar hoch, die operative Marge fiel von 43 auf 31 Prozent. Allein im Quartal investierte Meta 31,08 Milliarden Dollar in Rechenzentren wie Hyperion und Chips – fürs Gesamtjahr peilt Meta laut Investoren-Mitteilung 130 bis 145 Milliarden an. Vom operativen Cashflow von 31,9 Milliarden blieben nach Abzug der Investitionen nur 784 Millionen übrig – gut 97 Prozent flossen direkt in den Ausbau.
Mark Zuckerberg verteidigte die Ausgaben mit einer grossen Vision:
Es ist extrem unwahrscheinlich, dass in fünf Jahren nicht Milliarden von Menschen einen persönlichen Agenten haben, der ihre Ziele kennt und rund um die Uhr für sie arbeitet.
Persönliche KI-Agenten sollen das Fundament der «nächsten Welle an Produkten und Umsatzquellen» werden; schon heute nutzen über eine Million Unternehmen wöchentlich Metas Business-Agenten auf WhatsApp und Messenger. Kurz gesagt: Microsoft verdient bereits mit KI Geld, Meta bittet seine Aktionäre um Geduld. Für dich wird es konkret, sobald die Copilot-Super-App landet – und Metas Agenten zeigen müssen, ob sie mehr können als chatten.

65 Prozent der Wissensarbeitenden blicken laut einer Adaptavist-Studie regelmässig nostalgisch auf die Arbeitswelt vor generativer KI zurück – 38 Prozent würden die Tools am liebsten ganz abschaffen. Der Haupttreiber: eine «Verifikations-Steuer», weil das Prüfen von KI-Output den Zeitgewinn auffrisst.