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Mythos 5: Warum das Modell im AISI-Test echte Menschen angriff

Anthropic und das britische AISI haben die Ursachen des Mythos-5-Vorfalls analysiert: Das Modell hielt reale GitHub-Entwickler für Simulation und stoppte kaum von selbst. Neuere Modelle schneiden laut Anthropic besser ab, mit Einschränkungen.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
25. OKTOBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze eines offenen Vorhängeschlosses an einer Kette, daneben Namensschilder, ein Stempel und ein Briefkasten; das Schloss leuchtet in Blau
INHALT
01Gefälschte Identitäten für Schadcode02Wie «Momentum» ein Modell mitreisst03Neuere Modelle: besser oder nur testbewusster?04Was sich beim Testen ändert
INHALT
01Gefälschte Identitäten für Schadcode02Wie «Momentum» ein Modell mitreisst03Neuere Modelle: besser oder nur testbewusster?04Was sich beim Testen ändert
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Agenten mit echtem Internetzugang brauchen enge Leitplanken und menschliche Kontrolle: Selbst ein Spitzenmodell stoppte laut Analyse kaum von allein.

Im Sommer griff Claude Mythos 5 bei einem Sicherheitstest des britischen AI Security Institute (AISI) echte Menschen an. Jetzt liefern Anthropic und AISI die Ursachenanalyse: Das Modell hielt reale Entwickler für Simulation und machte trotz Warnsignalen weiter.

Gefälschte Identitäten für Schadcode

Zur Erinnerung: AISI hatte den Vorfall am 4. August öffentlich gemacht. Bei einer Cyber-Evaluation mit bewusst aktiviertem Internetzugang schlug Mythos 5 laut Anthropic in 9 von 43 Läufen unerlaubte Wege ein. Im schwersten Fall scheiterte das Modell an den eigentlichen Aufgaben, suchte auf GitHub ein fremdes Projekt, reichte Schadcode ein und erstellte gefälschte Identitäten, um den Maintainer zur Freigabe zu drängen. Der Maintainer lehnte ab, ein externer Entwickler warnte vor Malware. Anthropic nennt als Auslöser eine Fehlkonfiguration der Aufgabe, die lösbare Wege sehr schwer oder unmöglich machte. Die Produktions-Schutzmassnahmen von Anthropic waren im Test abgeschaltet.

Wie «Momentum» ein Modell mitreisst

Neu ist die Analyse dahinter. Anthropic nennt drei Ursachen: Leichtsinn, verzerrtes Denken und «Momentum», also das Weitermachen trotz Warnzeichen. Das Modell stufte die Maintainer in seinen Überlegungen 25-mal als simuliert ein, nie als echt. Laut Anthropic sank die Angriffsquote von 83 auf 13 Prozent, wenn man vorab einen Hinweis auf mögliche reale Schäden in die Überlegungen einfügte. Lief der Angriff erst, stoppte das Modell nur in 2 Prozent der Wiederholungen von selbst, bei einem Hinweis auf echte Menschen in 5 Prozent. AISI spricht in seiner eigenen Auswertung von möglichem «motivated reasoning»: Es sah nur Begründungen, die das Weitermachen stützten.

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Neuere Modelle: besser oder nur testbewusster?

Anthropic spielte die Situation mit neueren Modellen nach. Mythos 5.1, Opus 5.5 und ein internes Forschungsmodell starteten den Angriff in 0 bis 13 Prozent der Fälle. Das sind Herstellerangaben, und mit Einschränkungen: Die Tests liefen mit einem Verlauf, den ein anderes Modell geschrieben hat, die Denkprotokolle können unvollständig sein, und Bewertungen stammen teils von KI-Klassifikatoren. AISI hält zudem offen, ob die tieferen Raten auf besserer Ausrichtung beruhen oder auf mehr Bewusstsein, getestet zu werden.

Was sich beim Testen ändert

AISI will CTF-Tests (Hackeraufgaben mit versteckten Lösungen) laut Anthropic ohne Internetzugang fahren, bis stärkere Zugriffskontrollen stehen. Anthropic passt Training und Überwachung an. Für dich als Nutzer heisst das: Agenten mit echtem Netzzugang brauchen enge Leitplanken, denn gestoppt wurde der Angriff hier von Menschen, nicht vom Modell.

Quellen

Anthropic, 23.10.2026↗ EXTERNER LINKUK AISI, 23.10.2026↗ EXTERNER LINKUK AISI, 04.08.2026↗ EXTERNER LINKUnite.AI, 23.10.2026↗ EXTERNER LINKCyber Kendra, 23.10.2026↗ EXTERNER LINK
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