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Apples neue Siri läuft mit Gemini – die Schweiz darf, die EU nicht

Apple hat am 14. September mit iOS 27 die komplett neu gebaute «Siri AI» ausgeliefert. Sie läuft auf Modellen, die Apple gemeinsam mit Google und dessen Gemini entwickelt hat. In der EU bleibt der Assistent auf iPhone und iPad wegen des Digital Markets Act gesperrt – die Schweiz ist laut Apple nicht betroffen. Der Haken für Schweizer Nutzer liegt woanders: Zum Start gibt es Siri AI nur auf Englisch.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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16. SEPTEMBER 2026
4 MIN. LESEZEIT
Skizze eines iPhones mit Siri-Sprachwelle und einer Schranke an der EU-Grenze in Elektroblau, kinewsletter.ch Stil
Skizze eines iPhones mit Siri-Sprachwelle und einer Schranke an der EU-Grenze in Elektroblau, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Zwei Jahre Verspätung, ein fremder Motor02Die Schranke steht an der EU-Grenze03Englisch ist der Schlüssel, nicht der Pass04Was die ersten Tester wirklich erlebt haben05Tageslimits und ein Preisschild in Aussicht
INHALT
01Zwei Jahre Verspätung, ein fremder Motor02Die Schranke steht an der EU-Grenze03Englisch ist der Schlüssel, nicht der Pass04Was die ersten Tester wirklich erlebt haben05Tageslimits und ein Preisschild in Aussicht
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Die Schweiz profitiert diesmal davon, nicht in der EU zu sein – aber nur, wer sein iPhone auf Englisch stellt, bekommt die neue Siri überhaupt zu sehen.

Apple hat am 14. September 2026 mit iOS 27 die von Grund auf neu gebaute «Siri AI» ausgeliefert – nach über zwei Jahren Verzögerung. Der Assistent startet als Beta und läuft laut Apple auf der neuen Generation der Apple Foundation Models, die das Unternehmen gemeinsam mit Google und dessen Gemini-Modellen entwickelt hat. Teils rechnet das Ganze direkt auf dem Gerät, teils über Private Cloud Compute. In der EU bleibt Siri AI auf iPhone, iPad und Apple Watch vorerst gesperrt – Grund ist der Streit um den Digital Markets Act (DMA).

Zwei Jahre Verspätung, ein fremder Motor

Die neue Siri kann Bildschirminhalte lesen, persönlichen Kontext aus Nachrichten, Mails und Fotos ziehen und mehrstufige Aufgaben über verschiedene Apps hinweg ausführen. Apples eigenes Beispiel: ein Familienrezept aus der Nachrichten-App suchen und die Zutaten anschliessend in die Erinnerungen übertragen. Dazu kommen eine eigene Siri-App mit Chatverlauf über iCloud, neue Stimmen und eine überarbeitete Diktierfunktion.

Bemerkenswert ist weniger, was sie kann, sondern womit. Dass Apple – das Unternehmen, das seine Chips, sein Betriebssystem und seine Karten selbst baut – für das Herzstück seiner KI-Strategie bei Google einkauft, ist eine Zäsur. Apple selbst formuliert es als Zusammenarbeit: Die Modelle seien «in Zusammenarbeit mit Google und dessen Gemini-Modellen» massgeschneidert worden. Wie gross dieses Modell ist, sagt Apple nicht – kursierende Parameterzahlen sind unbestätigt.

Die Schranke steht an der EU-Grenze

Der Ausschluss ist Apples bisher schärfster Schritt im DMA-Konflikt. Bereits am 8. Juni hatte Apple angekündigt, Siri AI in der EU nicht auf iOS und iPadOS auszuliefern. Software-Chef Craig Federighi sprach damals von «tiefer Enttäuschung» und davon, dass es keinen Zeitplan für die EU gebe. Apples Lesart: Die Kommission verlange, jedem beliebigen KI-Assistenten denselben tiefen Zugriff auf das Gerät zu geben – inklusive Nachrichten lesen und senden, Käufe tätigen, Dateien öffnen. Apples Gegenvorschlag, ein «Trusted System Agent» als Zwischenschicht mit 18-monatiger Übergangsfrist, wurde laut Apple abgelehnt.

Betroffen sind die 27 EU-Staaten – und China, dort wegen offener regulatorischer Fragen. Auf macOS 27 und visionOS 27 bekommen EU-Nutzer Siri AI hingegen.

Englisch ist der Schlüssel, nicht der Pass

Und die Schweiz? Die ist nicht in der EU – und damit formal nicht vom Ausschluss erfasst. Das ist keine Auslegung, sondern von Apple selbst bestätigt: Gegenüber der Nachrichtenagentur AWP erklärte ein Apple-Sprecher bereits im Juni, die Sperre betreffe nur die 27 EU-Staaten, «die Schweiz ist also nicht inbegriffen». Siri AI werde für Schweizer Nutzer als Beta verfügbar sein, wenn die Sprache auf Englisch eingestellt ist. Die Meldung lief über Keystone-SDA.

Genau da liegt der eigentliche Haken. Siri AI startet ausschliesslich auf Englisch; Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch folgen laut Apple im Oktober. Deutsch steht auf dieser Liste nicht – und Italienisch auch nicht. Wer sein iPhone auf Deutsch betreibt, sieht von der neuen Siri vorerst nichts, egal ob in Zürich oder in Konstanz. Dazu kommt die Hardware-Hürde: Nötig ist mindestens ein iPhone 15 Pro oder 15 Pro Max, beim Tablet ein iPad mini (A17 Pro) oder ein iPad mit M1.

Eine Einschränkung zur Sauberkeit: Apple hat den Schweizer Status am Launch-Tag nicht noch einmal separat bestätigt – die explizite Aussage stammt vom 9. Juni. Mehrere Schweizer Tech-Blogs gingen vor dem Start denn auch davon aus, Siri AI komme «vorerst auch nicht in die Schweiz». Diese Annahme deckt sich nicht mit dem, was Apple auf Anfrage gesagt hat, und auch nicht mit Apples eigener Launch-Kommunikation, die als ausgeschlossene Märkte ausschliesslich die EU und China nennt.

Was die ersten Tester wirklich erlebt haben

Die Reaktionen sind freundlich, aber nicht euphorisch. TechCrunch-Redaktor Ivan Mehta schreibt, er nutze Siri zum ersten Mal seit Jahren wieder freiwillig – für mehrstufige Anfragen und Fragen zum Bildschirminhalt. Auch die Kamera-Integration überzeugte ihn, inklusive einer korrekten zweiten Vermutung beim indischen Getränk Aam Panna. Gleichzeitig räumt er ein, dass Siri Notizen nicht zuverlässig in der richtigen Datei ablegte.

Kritischer ist Federico Viticci von MacStories: Er lobt das Bildschirm-Verständnis, berichtet aber, dass Siri Fragen zum persönlichen Kontext wiederholt nicht beantworten konnte – obwohl die Information in seinen Nachrichten stand. Einzelne Antworten seien veraltet gewesen. Dan Moren von Six Colors warnt vor Missverständnissen und Halluzinationen, kommt aber zum Schluss, Siri AI löse Apples Versprechen grösstenteils ein – nur mehrere Jahre zu spät.

Tageslimits und ein Preisschild in Aussicht

Ein Detail geht im Launch-Lärm unter: Apple schreibt selbst, dass Funktionen, die auf Servermodelle zurückgreifen – darunter Siri AI – täglichen Nutzungslimits unterliegen. Und weiter: Erweiterter Zugang zu diesen Funktionen werde künftig kostenpflichtig sein. Der Assistent, der bisher gratis zum iPhone gehörte, bekommt also eine Preisstufe.

Für dich als Schweizer iPhone-Nutzer heisst das konkret: Die Tür steht offen, aber nur auf Englisch, nur ab iPhone 15 Pro – und mit einem Zähler im Hintergrund.

Quellen

Siri AI is here (Apple Newsroom)↗ EXTERNER LINKDue to DMA, Siri AI delayed in EU (Apple Newsroom)↗ EXTERNER LINKSchweizer iPhone-Besitzer erhalten Zugriff auf Siri AI (SWI/Keystone-SDA)↗ EXTERNER LINKWith iOS 27, I'm actually using Siri again (TechCrunch)↗ EXTERNER LINKApple brings a fully revamped Siri built on Google's Gemini (The Decoder)↗ EXTERNER LINKiOS and iPadOS 27 Review (MacStories)↗ EXTERNER LINKiOS 27 Review (Six Colors)↗ EXTERNER LINK
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