Das KI-Infrastruktur-Startup Baseten steht laut «Wall Street Journal» vor einer Runde über 1,5 Milliarden Dollar bei rund 13 Milliarden Bewertung – nur fünf Monate nach der letzten. Das Geschäft: KI-Anfragen schnell und günstig betreiben statt Modelle trainieren.
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Im «Inferenz-Goldrausch» verdreifacht Baseten seine Bewertung in einem halben Jahr – der Wettbewerb verlagert sich vom Training zum günstigen Betrieb.
Das US-Startup Baseten steht laut «Wall Street Journal» kurz vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde über 1,5 Milliarden Dollar – bei einer Bewertung von rund 13 Milliarden Dollar. Das Bemerkenswerte daran: Erst vor fünf Monaten hatte die Firma 300 Millionen Dollar zu einer Bewertung von 5 Milliarden eingesammelt. Innerhalb eines halben Jahres hätte sich der Firmenwert damit fast verdreifacht.
Baseten verdient sein Geld nicht mit dem Trainieren von KI-Modellen, sondern mit dem, was danach passiert: der sogenannten Inferenz. Das ist der Moment, in dem ein fertiges Modell auf deine Eingabe reagiert und eine Antwort erzeugt. Jede Anfrage an ChatGPT, Claude oder ein anderes Modell ist Inferenz – und sie muss schnell und möglichst günstig ablaufen.
Genau hier setzt Baseten an. Die Plattform leitet Anfragen automatisch an das jeweils beste Modell für die Aufgabe weiter – oft an leistungsfähige, aber deutlich günstigere Open-Source-Alternativen statt an die teuren Modelle von OpenAI oder Anthropic. Für Unternehmen heisst das: ähnliche Leistung bei tieferen Kosten.
Baseten ist Teil eines Trends, den Beobachter den «Inferenz-Goldrausch» nennen. Während lange vor allem das Training riesiger Modelle für Schlagzeilen sorgte, fliesst inzwischen sehr viel Geld in die Schicht darunter – also in die Firmen, die den laufenden Betrieb von KI schnell und bezahlbar machen. Der Grund ist simpel: Modelle werden nur einmal trainiert, aber milliardenfach genutzt.
Die neue Runde soll von Spark Capital, Sands Capital, Altimeter Capital und Wellington Management angeführt werden.
Bei den 13 Milliarden lohnt ein zweiter Blick. Laut «Wall Street Journal» handelt es sich um eine sogenannte Split-Priced-Runde: Ein Teil der Investoren steigt zu einer Bewertung von 13 Milliarden ein, andere nur zu 11 Milliarden. Solche gespaltenen Runden lassen die Schlagzeilen-Bewertung höher erscheinen, als sie für alle Beteiligten tatsächlich ist – ein Taktikkniff, der in der aktuellen KI-Euphorie häufiger vorkommt.
Einordnung: Die Geschwindigkeit dieser Bewertungssprünge zeigt, wie heiss der Markt rund um KI-Infrastruktur derzeit läuft. Für dich im Alltag ist die eigentliche Botschaft aber eine gute: Der Wettbewerb verlagert sich von «wer baut das grösste Modell» hin zu «wer betreibt KI am günstigsten». Das drückt langfristig die Preise – und macht KI-Anwendungen auch für kleinere Firmen erschwinglicher.