Der Bundesrat hat am 12. August 2026 die strategische Ausrichtung des Geneva AI Summit 2027 festgelegt und Fabiola Gianotti zur Delegierten ernannt. Der Gipfel findet am 21./22. Juni 2027 in Genf statt, Leitmotiv: «Bridging Innovation and Trust». Kostenpunkt für den Kerngipfel: rund 6 Millionen Franken.
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Die Schweiz richtet 2027 den fünften globalen KI-Gipfel aus — mit schlankem Budget, ohne grossen Staatschef-Auflauf und mit einer Teilchenphysikerin an der Spitze. Der Erfolg misst sich daran, ob aus Genf konkrete Partnerschaften hervorgehen — und ob die Schweiz bis dahin ihre eigene KI-Vorlage auf den Tisch bringt.
Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 12. August 2026 die strategische Ausrichtung und die Projektorganisation für den Geneva AI Summit 2027 festgelegt und Fabiola Gianotti zu seiner Delegierten ernannt. Die frühere Generaldirektorin des CERN soll den Gipfel vom 21. und 22. Juni 2027 in Genf inhaltlich prägen, hochrangige Akteure mobilisieren und die festgelegten Ziele umsetzen. Der Anlass steht unter dem Leitmotiv «Bridging Innovation and Trust» und kostet den Bund laut Medienmitteilung des Bundesrats rund 6 Millionen Franken.
Inhaltlich fährt der Bundesrat zweigleisig. Erstens soll der Gipfel KI als Treiber für Innovation, Wohlstand und gesellschaftlichen Fortschritt in den Vordergrund rücken. Zweitens geht es um die Voraussetzungen für eine vertrauenswürdige und verantwortungsvolle Entwicklung und Anwendung der Technologie. Beide Schwerpunkte ergänzen sich – und der inhaltliche Rahmen bleibe bewusst offen genug, schreibt das BAKOM, um mit dem Tempo der Entwicklung Schritt zu halten.
Was am Ende herauskommen soll, formuliert der Bundesrat ungewohnt konkret:
Ziel ist es, konkrete Partnerschaften, Initiativen und gemeinsame Handlungsansätze zu entwickeln, die über den Gipfel hinaus Wirkung entfalten.
Also: keine Absichtserklärung, die nach zwei Tagen im Archiv verschwindet.
Fabiola Gianotti leitete das CERN von 2016 bis 2025 als Generaldirektorin – zwei volle Amtszeiten an der Spitze einer der komplexesten internationalen Wissenschaftsorganisationen der Welt. Sie lebt seit über zwanzig Jahren in Genf und ist mit dem Schweizer Wissenschafts- und Innovationsumfeld eng verbunden, hält der Bundesrat fest.
Als Delegierte hat sie drei Aufgaben: die strategische und inhaltliche Positionierung des Gipfels mitprägen, hochrangige nationale und internationale Akteure mobilisieren und Impulse für mögliche Initiativen und Ergebnisse geben. Die Vorbereitung läuft unter Federführung des UVEK, in enger Zusammenarbeit mit dem EDA und dem WBF – die Gesamtleitung liegt bei Gianotti.
Die veranschlagten Kosten des Kerngipfels liegen bei rund 6 Millionen Franken. Zum Vergleich: Am Pariser Gipfel 2025 nahmen laut inside-it.ch rund 1500 Personen aus etwa hundert Ländern teil. Die Schweiz rührt bewusst nicht mit der grossen Kelle an – laut Blick verzichtet der Bundesrat aus Kostengründen auf ein Treffen der Staats- und Regierungschefs, und Unternehmen sollen einen Teil der Finanzierung übernehmen.
Damit daraus kein Glaubwürdigkeitsproblem wird, hat der Bundesrat eine Leitplanke eingezogen: Finanzielle Beiträge begründen keinen Einfluss auf die strategische Ausrichtung, die offizielle Agenda oder die politischen Ergebnisse des Gipfels.
Genf wird gemäss BAKOM der fünfte internationale Gipfel zur KI-Gouvernanz. Vorher gab es Treffen in Bletchley Park (2023), Seoul (2024) und Paris (2025); im Februar 2026 folgte Neu-Delhi – dort holte Bundespräsident Guy Parmelin den nächsten Gipfel in die Schweiz. Bis Juni 2027 laufen unter dem Titel «Road to Geneva» thematische Veranstaltungen und Konsultationen, offen für Regierungen, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Spannend wird das Timing. Während die Schweiz international den Gastgeber gibt, muss sie daheim liefern: Der Bundesrat hat im Februar 2025 entschieden, die KI-Konvention des Europarats ins Schweizer Recht zu übernehmen – mit möglichst sektorbezogenen Gesetzesanpassungen statt einem umfassenden KI-Gesetz. Bis Ende 2026 soll das EJPD zusammen mit UVEK und EDA eine Vernehmlassungsvorlage erarbeiten, namentlich zu Transparenz, Datenschutz, Nichtdiskriminierung und Aufsicht.
Wenn die Welt im Juni 2027 nach Genf schaut, dürfte diese Vorlage also mitten in der politischen Verarbeitung stecken. Wissenschaftlich hat das Land derweil etwas vorzuweisen: Mit Apertus veröffentlichten ETH Zürich, EPFL und das Supercomputing-Zentrum CSCS im September 2025 ein vollständig offenes, mehrsprachiges Sprachmodell. Für dich heisst das: Der Gipfel ist mehr als Diplomatie-Folklore – er entscheidet mit darüber, ob die Schweiz beim Thema KI als Regelsetzerin wahrgenommen wird oder nur als hübsche Kulisse. Der Massstab dafür steht schon fest: Am 23. Juni 2027 muss man die «konkreten Partnerschaften und Initiativen» benennen können.

Seit August weist die SRG auf srf.ch, rts.ch und rtr.ch über 20 KI-Trainingsbots ab — Live-Abrufe für KI-Antworten bleiben ausdrücklich erlaubt. Gleichzeitig verhandelt sie mit ETH Zürich und EPFL darüber, ihr Archiv mit rund 2 Millionen Stunden Radio- und TV-Material dem offenen Schweizer Modell Apertus zu überlassen. Andere Medienhäuser lassen sich ihre Archive für zweistellige Millionenbeträge abkaufen.