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OpenAI markiert ChatGPT-Texte in der EU unsichtbar

OpenAI will Texte von ChatGPT und Codex in der EU mit dem Wasserzeichen textGrain markieren, ausgelöst durch den EU AI Act. Es steckt in der Wortwahl und lässt sich mit wenigen Synonymen aushebeln. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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6. OKTOBER 2026
2 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
Handgezeichnete Skizze einer blauen Lupe über einem gestempelten Dokument auf einem Schreibtisch, daneben Stempel und Ablage
INHALT
01Das Muster steckt in der Wortwahl02Der Auslöser sitzt in Brüssel03Schon mit wenigen Synonymen weg04Was das für dich in der Schweiz heisst05Wie robust das Ganze wird
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01Das Muster steckt in der Wortwahl02Der Auslöser sitzt in Brüssel03Schon mit wenigen Synonymen weg04Was das für dich in der Schweiz heisst05Wie robust das Ganze wird
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Das Wasserzeichen erfüllt EU-Transparenzregeln, taugt aber nicht als Beweis für menschliche Autorenschaft: Schon 10 Prozent Synonyme senken die Erkennung von 92 auf 66 Prozent.

OpenAI will Texte von ChatGPT und Codex in der EU künftig unsichtbar markieren. Das berichten TechCrunch und BleepingComputer am 5. Oktober. Die Technik heisst textGrain und kommt in den nächsten Wochen für berechtigte Textausgaben in der EU. Entwickler, die OpenAIs Schnittstelle (API) nutzen, können das Wasserzeichen laut den Berichten schon jetzt weltweit einschalten, standardmässig bleibt es aus.

Das Muster steckt in der Wortwahl

textGrain schmuggelt keine versteckten Zeichen in den Text. Laut AI Weekly, das sich auf OpenAIs Ankündigung beruft, liegt das Signal in der Wortwahl: Wo mehrere Wörter gleich gut passen, wählt das Modell nach einem statistischen Muster. Du bemerkst davon nichts, spezielle Software kann das Muster aber erkennen. Und es wandert mit, wenn jemand den Text kopiert.

Der Auslöser sitzt in Brüssel

Hintergrund ist Artikel 50 des EU AI Act (dem EU-Gesetz für KI), der Transparenz bei KI-erzeugten Inhalten verlangt. Laut AI Weekly gelten diese Regeln seit dem 2. August 2026. TechCrunch schreibt, Anthropic markiere Claude-Texte seit August weltweit, Google, Meta und Microsoft hätten sich dem EU-Verhaltenskodex verpflichtet.

Schon mit wenigen Synonymen weg

OpenAI nennt die Grenzen selbst, wie festhält:

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BleepingComputer
  • Ersetzt jemand 10 Prozent der Wörter durch Synonyme, sinkt die Erkennungsrate von 92 auf 66 Prozent.
  • Bei 25 Prozent ausgetauschter Wörter bleiben noch 17 Prozent.
  • Kurze Antworten mit rund 200 Token (Textbausteine, grob Wortteile) erreichen etwa 80 Prozent, Texte mit 400 Token etwa 95 Prozent.

Dazu kommt: Der Detektor steht vorerst nur zugelassenen Forschenden und Fachorganisationen offen. OpenAI betont, ein fehlendes Wasserzeichen «beweise nicht, dass ein Mensch geschrieben hat».

Was das für dich in der Schweiz heisst

Der AI Act gilt in der EU, nicht in der Schweiz. Ob OpenAI das Wasserzeichen auch bei Nutzerinnen und Nutzern in der Schweiz aktiviert, geht aus den Berichten nicht hervor. Wer als Schweizer Firma Kundschaft in der EU bedient, schaut besser in die eigenen Abläufe, ob KI-Texte ohnehin gekennzeichnet werden.

Wichtiger ist die Einordnung: Das Wasserzeichen taugt nicht als Beweismittel. Wer in Schule, Personalabteilung oder Redaktion Texte prüft, sollte sich nicht darauf verlassen. Ein ähnliches Prinzip hat Google bereits bei Proteinen eingesetzt, wie wir hier berichtet haben.

Wie robust das Ganze wird

Offen ist, wie schnell der Rollout in der EU vorankommt und wer den Detektor später nutzen darf. Bis dahin gilt: Das Wasserzeichen ist ein erster Schritt zur Transparenz, aber keine Lügenerkennung.

Quellen

TechCrunch, 05.10.2026↗ EXTERNER LINKBleepingComputer, 05.10.2026↗ EXTERNER LINKAI Weekly, 05.10.2026↗ EXTERNER LINKkinewsletter.ch, SynthID Bio↗ EXTERNER LINK
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