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Sakana teilt Fugu auf: ein Modell, das andere Modelle dirigiert

Sakana AI hat Fugu Max und Fugu Ultra v2 veröffentlicht. Beide sind keine klassischen Sprachmodelle, sondern gelernte Dirigenten, die Aufgaben auf einen Pool anderer Modelle verteilen. Fugu Max kostet 2 US-Dollar pro Million Input-Token – und die Schweiz fällt nicht unter den EU-Ausschluss.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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12. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Handgezeichnete Illustration: Dirigentenpodest mit Notenstaender vor leeren Orchesterstuehlen, kinewsletter.ch Stil
Handgezeichnete Illustration: Dirigentenpodest mit Notenstaender vor leeren Orchesterstuehlen, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Der Dirigent statt des Solisten022 Dollar hier, 30 Dollar dort03Drei Namen fehlen im Orchester04Warum die Schweiz hier nicht draussen steht
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01Der Dirigent statt des Solisten022 Dollar hier, 30 Dollar dort03Drei Namen fehlen im Orchester04Warum die Schweiz hier nicht draussen steht
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Die Modellauswahl wandert aus dem Anwendungscode in eine gelernte Routing-Schicht. Das spart Geld und Integrationsaufwand, kostet aber Kontrolle: Bei Max und Ultra ist der Modellpool fix und das Routing bleibt eine Blackbox.

Das japanische Labor Sakana AI hat am 11. September 2026 zwei neue Modelle seiner Fugu-Familie veröffentlicht: Fugu Max v1.0 und Fugu Ultra v2.0. Beide sind keine klassischen Sprachmodelle. Fugu ist ein gelerntes Orchestrierungssystem – ein Modell, das eine Anfrage entgegennimmt, sie auf einen Pool aus offenen und spezialisierten Modellen verteilt und sich dabei auch rekursiv selbst aufrufen kann. Fugu Max kostet laut Sakanas Preisliste 2 US-Dollar pro Million Input-Token, Fugu Ultra v2 das Zweieinhalbfache.

Der Dirigent statt des Solisten

Die Idee dahinter: Ein System, das eine simple Datenabfrage an ein Modell mit Billionen Parametern schickt, ist nicht intelligent, sondern verschwenderisch. Fugu soll für jede Aufgabe das schlankste Modell wählen, das sie noch lösen kann. Im Pool sitzt unter anderem die Nemotron-Familie von NVIDIA, die über eine Kooperation mit Sakana dazugekommen ist.

2 Dollar hier, 30 Dollar dort

Die beiden Modelle zielen in entgegengesetzte Richtungen. Fugu Max ist auf Kosten optimiert: 2 US-Dollar Input und 6 US-Dollar Output pro Million Token, unabhängig von der Kontextlänge. Fugu Ultra v2 zielt auf Qualität bei langen, mehrstufigen Aufgaben und kostet 5 beziehungsweise 30 US-Dollar – ab 272'000 Token Kontext steigt der Tarif auf 10 und 45 US-Dollar. Beide verarbeiten laut OpenRouter bis zu 1 Million Token Kontext und beherrschen Function Calling sowie strukturierte JSON-Ausgaben.

Sakana beziffert den Output-Preis von Fugu Max als 40 bis 60 Prozent tiefer als bei Sonnet 5, GPT 5.6 Terra und Kimi K3. Das ist eine Herstellerangabe: Alle Benchmark-Werte stammen aus Sakanas eigener Messung, einer der Tests ist ein hausinterner Benchmark. Unabhängig reproduziert wurde bislang nichts.

Drei Namen fehlen im Orchester

Bemerkenswert ist eine Fussnote der Ankündigung: Fable 5, Fable 5.1 und GPT-6-Astra sind ausdrücklich nicht im Modellpool von Fugu Ultra v2. Sakana verkauft das als Argument – Frontier-Qualität ohne Abhängigkeit von einem einzelnen proprietären Anbieter, als Schutz vor Vendor-Lock-in und plötzlichen API-Abschaltungen.

Der Haken: Diese Unabhängigkeit gilt gegenüber den Modellanbietern, nicht gegenüber Sakana. Laut FAQ ist der Pool bei Max und Ultra fix – abwählen lassen sich Modelle nur beim Basismodell Fugu. Welches Modell eine Anfrage bearbeitet hat, gibt Sakana bewusst nicht preis. Offene Gewichte zum Selbsthosten gibt es keine.

Warum die Schweiz hier nicht draussen steht

Für Schweizer Entwickler ist ein Detail relevant, das deutschen oder österreichischen Teams den Zugang versperrt: Sakana bietet Fugu in EU- und EWR-Mitgliedstaaten nicht an, solange die Anpassung an die DSGVO läuft. Die Schweiz gehört zu keinem der beiden Räume – der Ausschluss greift hier formal nicht.

Für ein KMU, das Dokumente extrahiert oder Routine-Code generiert, ist der Preisunterschied damit real erreichbar. Wer dagegen Datenhoheit im engeren Sinn braucht, bekommt das Gegenteil: eine geschlossene Cloud-API mit undurchsichtigem Routing. Das Schweizer Gegenmodell heisst Apertus – das offene Modell von ETH, EPFL und CSCS liegt mit freien Gewichten auf Hugging Face und läuft im eigenen Rechenzentrum. Nur dirigiert dort niemand automatisch mit.

Quellen

Introducing Fugu Max and Fugu Ultra v2: Orchestrating the Pareto Frontier (Sakana AI)↗ EXTERNER LINKSakana Fugu – Multi-agent System as a Model (Pricing & FAQ)↗ EXTERNER LINKSakana: Fugu Max – API Pricing & Providers (OpenRouter)↗ EXTERNER LINKSakana: Fugu Ultra v2 – API Pricing & Providers (OpenRouter)↗ EXTERNER LINKSakana AI Launches Fugu Max and Fugu Ultra v2 (MarkTechPost)↗ EXTERNER LINKSakana AI Splits Fugu Into Max and Ultra v2 to Cut Costs 60% (AlphaSignal)↗ EXTERNER LINKSakana Fugu Technical Report (arXiv)↗ EXTERNER LINKApertus-70B-Instruct (Swiss AI Initiative, Hugging Face)↗ EXTERNER LINK
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