Laut dem ManpowerGroup Employment Outlook Survey für das dritte Quartal 2026 wollen 56 Prozent der Schweizer Arbeitgeber für KI-Anwendungskompetenzen einen Lohnaufschlag zahlen – bei Firmen mit über 250 Mitarbeitenden sind es 66 Prozent. Noch besser bezahlt werden allerdings Kommunikation und Teamfähigkeit. Und eingestellt wird trotzdem kaum: Der Beschäftigungsausblick liegt mit +19 nahe dem Fünfjahrestief.
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KI-Können hat am Schweizer Arbeitsmarkt ein Preisschild bekommen – Soft Skills haben aber ein grösseres. Weil es sich um Absichtserklärungen aus einer April-Umfrage handelt und der Arbeitsmarkt nahe am Fünfjahrestief liegt, winkt der Aufschlag derzeit eher im bestehenden Job als bei einer Neuanstellung.
56 Prozent der Schweizer Arbeitgeber wollen für Fähigkeiten im Umgang mit Künstlicher Intelligenz einen Lohnaufschlag bezahlen — bei Unternehmen mit über 250 Mitarbeitenden sind es 66 Prozent. Das zeigt der ManpowerGroup Employment Outlook Survey für das dritte Quartal 2026, dessen Schweizer Zahlen der Personaldienstleister am 11. August publik machte. Der Haken: Für Kommunikation und Teamfähigkeit würden noch mehr Arbeitgeber tiefer in die Tasche greifen — und neu eingestellt wird derzeit ohnehin kaum.
KI-Kompetenz gilt bei 66 Prozent der befragten Unternehmen als wichtigste technische Fähigkeit, hält ManpowerGroup Schweiz in den Kernergebnissen fest. Beim Lohn rangiert sie trotzdem hinter dem Menschlichen: 66 Prozent würden für Kommunikation, Zusammenarbeit und Teamfähigkeit einen Aufschlag zahlen, 60 Prozent für Professionalität und Arbeitsmoral, 59 Prozent für Anpassungs- und Lernbereitschaft, 57 Prozent für kritisches Denken und Problemlösungskompetenz. Eric Jeannerod, Country Manager der ManpowerGroup Schweiz, sagt dazu:
«Technologische Kompetenzen gewinnen an Bedeutung, doch Unternehmen suchen weiterhin Menschen, die komplexe Probleme lösen, Verantwortung übernehmen und effektiv zusammenarbeiten können.»
Zwischen Grossfirma und KMU klaffen zehn Prozentpunkte: 66 gegenüber 56 Prozent. Ob kleineren Betrieben das strategische Gewicht oder schlicht das Budget fehlt, sagt die Erhebung nicht. Für dich heisst das konkret: Der Aufschlag ist im Konzern wahrscheinlicher als im Familienbetrieb.
Als wichtigsten Produktivitätstreiber der vergangenen zwölf Monate nennen 51 Prozent der Unternehmen den Einsatz von KI-Tools für tägliche Aufgaben. 43 Prozent führen Zugewinne auf KI-gestützte Prozessautomatisierung und Schulungen zurück — Weiterbildung wirkt also messbar mit. Laut dem Fachmagazin «Organisator» bewerten 33 Prozent auch die Rückkehr ins Büro als produktivitätsfördernd. KI ist der grösste, aber nicht der einzige Hebel.
Der Kontrast steht im selben Bericht. Die Netto-Beschäftigungsaussichten — der Anteil Arbeitgeber, die mehr einstellen wollen, minus jener, die abbauen — stiegen saisonbereinigt nur um einen Punkt auf +19 und liegen damit im Bereich des Fünfjahrestiefs. Im Jahresvergleich sind es vier Punkte weniger. Der globale Wert liegt bei 26 Prozent, die Schweiz also sieben Punkte darunter. Jeannerod begründet die Zurückhaltung mit der schwächeren Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten.
Bevor du das als Lohnverhandlungs-Joker einsetzt: Die Umfrage misst Absichten, nicht bezahlte Löhne. Weder Frankenbetrag noch Prozenthöhe des Aufschlags werden genannt, die Basis sind 581 Interviews aus dem April 2026 — bei Veröffentlichung rund vier Monate alt. Und Manpower verdient als Personaldienstleister an genau diesem Trend.
Ins Bild passt der Befund trotzdem: Schweizer Beschäftigte sind laut Accenture Europas fleissigste KI-Nutzer, die Weltbank stuft Schweizer Jobs als besonders KI-exponiert ein — Manpower liefert das Preisschild dazu. So nutzt du das: KI-Werkzeuge im eigenen Fachgebiet nachweisbar beherrschen und die Kompetenzen pflegen, die laut derselben Umfrage noch teurer sind.
Nachdem führende KI-Chefs am Wochenende vor den Risiken ihrer eigenen Technologie gewarnt hatten, gerieten am Montag auch Schweizer Aktien unter Druck. Comet verlor 6,6 Prozent, VAT 5,7 Prozent, ABB 3,6 Prozent. Betroffen sind vor allem Zulieferer für Rechenzentren und Chipfertigung.