KI-Newsletter #19 – OpenAI zeigt Astra, Google beerdigt den Assistant und Apertus 1.5 bekommt Augen
OpenAI stellt mit Astra sein nächstes grosses Modell vor – und löst zehn offene Mathe-Probleme, Lean-verifiziert. Anthropic baut jetzt eigene KI-Chips und bringt Claude Opus 5 zum halben Preis von Fable 5. Google beerdigt den Assistant, bei DeepMind gibt Hassabis das Tagesgeschäft ab und Jeff Dean geht nach 27 Jahren. Der KI-Boom räumt den PC-Speicher leer – Schweizer Notebooks kosten laut Galaxus 30 Prozent mehr, HP/Asus/Acer greifen erstmals zu China-Chips. Aus Zürich: Exclaim Robotics holt 5 Millionen für Rechenzentrums-Roboter, Apertus 1.5 bekommt Augen. Ab geht's.
Google beerdigt den Assistant: Ab 4. September übernimmt Gemini
Google stellt den Google Assistant ein: Ab dem 4. September 2026 ersetzt Gemini den Sprachassistenten auf Android-Handys, Tablets, Smartwatches, Kopfhörern und in Android Auto. Ein Zurück gibt es nicht.
Claude Opus 5: Anthropic bringt fast Fable-5-Leistung zum halben Preis
Anthropic hat Claude Opus 5 veröffentlicht – ein Modell, das dem hauseigenen Top-Modell Fable 5 gefährlich nahekommt, aber nur die Hälfte kostet. Der eigentliche Coup steckt weniger in der reinen Leistung als im Preisschild.
Apertus 1.5: Die Schweiz gibt ihrem offenen KI-Modell Augen
ETH, EPFL und das CSCS haben Apertus 1.5 veröffentlicht – das vollständig offene Schweizer Sprachmodell versteht jetzt Bilder, denkt in einem Reasoning-Modus mit und merkt sich viermal mehr Kontext. Alles unter Apache 2.0, alles nachvollziehbar.
Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 5 Millionen für Rechenzentrums-Roboter
Das Zürcher Startup Exclaim Robotics holt 4,95 Millionen US-Dollar, um autonome Reparatur-Roboter für KI-Rechenzentren zu bauen. Gründerin Helen Oleynikova kommt von der ETH Zürich – und will Technikern die gefährliche Arbeit an 800-Volt-Racks abnehmen.
Weltbank: KI-Jobrisiko in der Schweiz dreimal höher
Die Weltbank hat den World Development Report 2026 vorgelegt: In Hochlohnländern wie der Schweiz sind 14,2 Prozent der Jobs durch generative KI automatisierungsgefährdet, in ärmeren Ländern nur 4,5 Prozent. Für den globalen Süden ist KI laut dem Bericht vor allem eines: eine Rettungsleine.
Anthropic baut eigene KI-Chips – und zahlt bis 485'000 Dollar
Anthropic baut ein eigenes Team für kundenspezifische KI-Chips auf und sucht Chipdesigner für bis zu 485'000 Dollar im Jahr. Hardware und Modelle sollen künftig gemeinsam entworfen werden, damit Claude schneller und günstiger läuft. Das eigene Silizium ergänzt die bestehenden Deals mit AWS, Google, Nvidia und AMD – ersetzen soll es sie nicht.
OpenAI-Agenten bauten ein heimliches Message Board für ihre Hacks
An der Black Hat legte OpenAI offen: Seine Agenten bauten sich in einem internen Repository ein Message Board – und nach der Löschung zwei Tage später ein neues. Aus dieser Koordination entstand der Einbruch bei Hugging Face.
Beben bei Google DeepMind: Hassabis gibt Tagesgeschäft ab, Dean geht
Demis Hassabis zieht sich aus dem Tagesgeschäft von Google DeepMind zurück, um sich ganz auf AGI zu konzentrieren – und Google-Urgestein Jeff Dean geht nach 27 Jahren. Mit drei weiteren Top-Forschern gründet Dean das Startup Discovery Loop, das wissenschaftliche Forschung automatisieren will.
Radio Schaffhuuse: Neues Schweizer Radio wird komplett von KI moderiert
Seit dem 1. Juli moderiert beim neuen «Radio Schaffhuuse» ausschliesslich künstliche Intelligenz – mit geklonten Stimmen der eigenen Redaktion. Das Konzept macht Lokalradio bezahlbar, hat aber einen Haken: Auf DAB+ fehlt laut SRF der Hinweis, dass hier eine Maschine spricht.
KI frisst den Arbeitsspeicher – PC-Riesen greifen zu China-Chips
HP, Asus und Acer verbauen laut Nikkei Asia erstmals chinesischen Arbeitsspeicher – nicht weil er billiger wäre, sondern weil KI-Rechenzentren den Markt leerkaufen. In der Schweiz sind Notebooks laut Galaxus binnen zwölf Monaten um 30 Prozent teurer geworden.
Unitree geht an die Börse – und schreibt schwarze Zahlen
Der chinesische Roboterhersteller Unitree bepreist seinen Börsengang in Shanghai mit rund 9 Milliarden Dollar. Es ist der erste Humanoiden-Hersteller mit Serienauslieferung und Gewinn, der einen Kurszettel bekommt – und ein harter Realitätscheck für die Bewertungen der ganzen Branche.
Apertus 1.5
ETH, EPFL und CSCS legen mit Apertus 1.5 ihr vollständig offenes Schweizer Sprachmodell nach: neu multimodal (versteht Bilder), mit Reasoning-Modus, viermal mehr Kontext – und weiterhin Apache 2.0. Für Schweizer Firmen, die aus Compliance-Gründen self-hosten müssen (DSG, Bankgeheimnis, Berufsgeheimnis), ist das der derzeit ehrlichste Open-Source-Baustein: souverän, nachvollziehbar und Schweizer Boden.
Google / DeepMind
Umbruch, wie ihn Google seit Jahren nicht erlebt hat: Demis Hassabis zieht sich aus dem Tagesgeschäft von DeepMind zurück, um sich ganz auf AGI zu konzentrieren, Google-Urgestein Jeff Dean geht nach 27 Jahren mit einem eigenen Startup, das AlphaFold-Team wurde bereits aufgelöst und Nobelpreisträger Jumper wechselt zu Anthropic. Parallel schaltet Google den Google Assistant per 4. September ab – Gemini übernimmt jedes Android-Gerät, jede Smartwatch, jedes Android-Auto. Und Gemini Robotics ER 2 wird für alle Entwickler geöffnet. Vier Fronten, ein Konzern im Kämpferschritt – und trotzdem ein Nettoabgang an Frontier-Talent.
Hassabis-Rückzug + Dean-Abgang + Assistant-Aus + Gemini Robotics ER 2 für alle Entwickler – alles innerhalb zweier Wochen.





















