KI-Newsletter #20 – OpenAI stoppt Astra wegen «Critical»-Cyberrisiko, xAI stösst zur Frontier und die SRG öffnet ihr Archiv für Apertus
OpenAI stoppt Teile seines neuen Astra-Modells – die Cyber-Risikostufe «Critical» ist erstmals nicht mehr auszuschliessen. xAI stösst mit Grok 4.6 zur Frontier auf, 60 Prozent günstiger als GPT-5.6 Sol – und schickt Grok Bot in die Beta. Google veröffentlicht Gemini 3.7 Flash zum halben Preis, DeepSeek liefert V4-Pro plus Open-Source-Harness, und Meta öffnet Muse Glimmer unter Apache 2.0. Aus der Schweiz: Die SRG blockiert KI-Crawler und verhandelt mit ETH und EPFL über die Öffnung ihres Archivs für Apertus. Der Bundesrat schickt Ex-CERN-Chefin Gianotti an die Spitze des Genfer KI-Gipfels 2027. Ab geht's.
Grok 4.6 erreicht die KI-Spitze – 60 Prozent günstiger
xAI hat Grok 4.6 veröffentlicht und schliesst damit zur Spitze auf: 61 Punkte im Artificial-Analysis-Intelligence-Index, exakt gleichauf mit OpenAIs GPT-5.6 Sol. Der Preis bleibt bei 2 Dollar pro Million Input- und 6 Dollar pro Million Output-Token — über 60 Prozent unter Claude Opus 5 und GPT-5.6 Sol. Der grössere Hebel liegt aber woanders: Grok 4.6 erledigt lange Aufgaben in rund 53 Schritten, wo Claude Opus 5 etwa 103 braucht.
Muse Glimmer: Meta öffnet 30-Milliarden-Modell unter Apache 2.0
Meta Superintelligence Labs hat am 10. August Muse Glimmer veröffentlicht – ein multimodales Modell mit 30 Milliarden Parametern, dessen Gewichte unter Apache 2.0 frei verfügbar sind. Quantisiert läuft es auf einer einzelnen Consumer-Grafikkarte. Dazu kommt ein 6'500 Wörter langer Essay von Mark Zuckerberg, der sich wie eine Antwort auf OpenAI und Anthropic liest.
Gemini 3.7 Flash: drei Wochen nach 3.6, halber Preis
Google hat Gemini 3.7 Flash veröffentlicht – nur drei Wochen nach dem Vorgänger und zum halben Einführungspreis. Beim Programmieren legt das Modell deutlich zu, bei Agenten-Benchmarks bleibt GPT-5.6 Terra vorn. Und der Consumer-Agent Gemini Spark, der ab sofort auf 3.7 Flash läuft, ist in der Schweiz gar nicht verfügbar.
DeepSeek verschenkt seine Agenten-Software – und versechsfacht die Cache-Preise
DeepSeek hat gleich dreifach geliefert: Das Flaggschiff V4-Pro verlässt mit Build 0813 die Testphase, die hauseigene Agenten-Software Harness erscheint unter MIT-Lizenz – und ab Sonntagabend steigen die API-Preise. Am stärksten trifft es ausgerechnet die Cache-Hits, von denen Coding-Agenten leben.
Der KI-Kollege bekommt einen eigenen Computer
SpaceXAI hat am 11. August Grok Bot in die Beta geschickt: KI-Agenten, die einen eigenen Rechner in der Cloud bekommen, sich in deine bestehenden Programme einloggen und Aufträge Ende-zu-Ende erledigen. Es gilt als erstes gemeinsames Produkt von xAI und Cursor – und die Doku nennt Einschränkungen, die im Blogpost fehlen.
SRG blockiert KI-Crawler und will ihr Archiv für Apertus öffnen
Seit August weist die SRG auf srf.ch, rts.ch und rtr.ch über 20 KI-Trainingsbots ab — Live-Abrufe für KI-Antworten bleiben ausdrücklich erlaubt. Gleichzeitig verhandelt sie mit ETH Zürich und EPFL darüber, ihr Archiv mit rund 2 Millionen Stunden Radio- und TV-Material dem offenen Schweizer Modell Apertus zu überlassen. Andere Medienhäuser lassen sich ihre Archive für zweistellige Millionenbeträge abkaufen.
Genfer KI-Gipfel 2027: Bundesrat holt Ex-CERN-Chefin an Bord
Der Bundesrat hat am 12. August 2026 die strategische Ausrichtung des Geneva AI Summit 2027 festgelegt und Fabiola Gianotti zur Delegierten ernannt. Der Gipfel findet am 21./22. Juni 2027 in Genf statt, Leitmotiv: «Bridging Innovation and Trust». Kostenpunkt für den Kerngipfel: rund 6 Millionen Franken.
56 Prozent der Schweizer Arbeitgeber zahlen mehr für KI-Kompetenz
Laut dem ManpowerGroup Employment Outlook Survey für das dritte Quartal 2026 wollen 56 Prozent der Schweizer Arbeitgeber für KI-Anwendungskompetenzen einen Lohnaufschlag zahlen – bei Firmen mit über 250 Mitarbeitenden sind es 66 Prozent. Noch besser bezahlt werden allerdings Kommunikation und Teamfähigkeit. Und eingestellt wird trotzdem kaum: Der Beschäftigungsausblick liegt mit +19 nahe dem Fünfjahrestief.
Claude hebt Riemann-Schranke von 41,6 auf 67,2 Prozent
Eine unveröffentlichte Research-Version von Claude hat den bewiesenen Anteil der Nullstellen der Riemannschen Zetafunktion auf der kritischen Geraden von 41,6 auf 67,2 Prozent angehoben – ohne die Riemann-Hypothese selbst zu lösen. Angestossen hat das ein Anthropic-Mitarbeiter ohne Mathematik-Ausbildung, die Arbeit erledigten rund 60 Claude-Subagenten, und der Beweis liegt maschinenprüfbar im Beweisassistenten Lean auf GitHub.
Nvidia sammelt 500 Milliarden – und bürgt für seine eigenen Chips
Nvidia will mit sechs Wall-Street-Häusern über 500 Milliarden Dollar für KI-Rechenzentren mobilisieren – und garantiert dafür bis zu 25 Prozent des Restwerts seiner eigenen Chips. Warum das die Kritik an der Kreislauf-Finanzierung nicht beendet, sondern formalisiert. Und weshalb es deine Pensionskasse etwas angeht.
Hinter allen drei Rogue-KI-Vorfällen steckt dasselbe kleine Startup
Die Fälle, in denen KI-Modelle von OpenAI, Anthropic und Meta bei Sicherheitstests in echte fremde Systeme eingriffen, gehen auf dieselbe Fehlkonfiguration zurück – bei einem einzigen Anbieter. Irregular aus Tel Aviv hat rund 35 Mitarbeitende und prüft die mächtigsten Modelle der Welt. Das wirft eine Frage auf, die bisher kaum jemand stellt.
Muse Glimmer
Meta Superintelligence Labs öffnet mit Muse Glimmer ein 30-Milliarden-Parameter-Modell unter Apache 2.0 – multimodal, quantisiert auf einer einzelnen Consumer-GPU (24–32 GB) lauffähig, mit eigenem Speculative-Decoding-Drafter für 3× höhere Geschwindigkeit. Zusammen mit einem 6'500 Wörter langen Essay von Mark Zuckerberg positioniert sich Meta damit als Open-Source-Gegenpol zu OpenAI und Anthropic. Für Schweizer KMU und Forschungsteams, die self-hosten und volle Kontrolle über Gewichte und Feintuning brauchen, ist Glimmer die derzeit interessanteste offene Alternative in der 30B-Klasse.
xAI
Elon Musks KI-Labor tritt diese Woche zum ersten Mal auf Augenhöhe mit den grossen drei an: Grok 4.6 erreicht im Artificial-Analysis-Intelligence-Index 61 Punkte – exakt gleichauf mit OpenAIs GPT-5.6 Sol, bei rund 60 Prozent tieferen Token-Preisen. Und mit Grok Bot geht das erste gemeinsame Produkt mit Cursor in die Beta: KI-Agenten mit eigenem Cloud-Computer, die sich in bestehende Programme einloggen und Aufträge Ende-zu-Ende erledigen. Vom Preis- zum Frontier-Player – in einer Woche.
Grok 4.6 zieht mit GPT-5.6 Sol gleich, bei 60 % tieferem Preis – und Grok Bot startet als erstes xAI/Cursor-Produkt in die Beta.























