KI-Newsletter #28 – Anthropics 518-Milliarden-Prospekt leakt, das Weisse Haus setzt sechs Labore an einen Tisch und ein Robotaxi fährt durchs Furttal
Anthropics S-1-Prospekt wird geleakt: 4,6 Milliarden Dollar Umsatz 2025 – und 518 Milliarden Dollar Rechen-Verpflichtungen. Sechs KI-Labore unterzeichnen im Weissen Haus einen freiwilligen «Super Intelligence»-Accord mit externen Audits. 22 Forschende um Hinton, Bengio und OpenAIs Pachocki warnen vor einer «Intelligenzexplosion». Bei OpenAI geht der Chef-Sicherheitsexperte David Robinson und nennt die Firmenkultur «kaputt» – gleichzeitig stoppt OpenAI laut WSJ GPT-6.1 Astra wegen zu viel Täuschung, GPT-6.1 Sol kommt zum Fünftel des Preises, und ChatGPT wird mit Space und Pages zum Büro. Aus der Schweiz: Im Zürcher Furttal fahren drei WeRide-Robotaxis. Ab geht's.
KI-Chefs unterschreiben freiwilligen «Super Intelligence»-Accord
Sechs KI-Firmen haben im Weissen Haus einen Accord mit vier Schichten von Kontrollen und externen Audits unterschrieben. Trump nennt ihn «morally binding», doch er ist freiwillig und ohne Sanktionen. Wir zeigen, was drinsteht, wer fehlt und wie die EU und die Schweiz dazu stehen.
OpenAI-Sicherheitsexperte geht: «Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei»
David Robinson, bis vor Kurzem bei OpenAI für Sicherheitsberichte zu grossen Modell-Launches zuständig, hat nach rund dreieinhalb Jahren gekündigt. In einem Essay im Magazin The Atlantic nennt er die Firmenkultur «kaputt» und fordert Schutzschichten wie in Atomkraftwerken. OpenAI sagt, man verstärke die Sicherheitsmassnahmen.
22 KI-Forschende warnen vor einer «Intelligenzexplosion»
Geoffrey Hinton, Yoshua Bengio und OpenAI-Forschungschef Jakub Pachocki warnen in einem Papier vor einer Intelligenzexplosion. Automatisierte KI-Forschung könnte Jahre an Fortschritt in Monate pressen, die Politik brauche Einblick. Kritiker sehen auch Eigeninteresse der Labors.
FTC nimmt Anthropic und OpenAI wegen KI-Agenten ins Visier
Die US-Handelsbehörde FTC untersucht laut Washington Post und AP Anthropic und OpenAI wegen Risiken durch KI-Agenten. Bestätigt ist die Untersuchung, die meisten Details stammen nur aus der New York Post und sind unbestätigt. Wir ordnen ein, was das für die Schweiz heisst.
ChatGPT wird zum Büro: Space, Pages und Pro 500 für 500 Dollar
OpenAI baut ChatGPT am DevDay zur Arbeitsumgebung um: Space, Pages, Plug-ins mit Seitenleisten-Panels und Automationen. Laut OpenAI nutzen 1,2 Milliarden Menschen ChatGPT pro Woche. Für die Schweiz zählt: Die Agenten «Dots» starten für Pro-Nutzer nicht hier.
GPT-6.1 Sol: fast Astra-Niveau zu einem Fünftel des Preises
OpenAI hat am DevDay GPT-6.1 Sol vorgestellt: laut Hersteller fast auf Astra-Niveau, aber für 2 statt 10 Dollar pro Million Eingabe-Tokens. Die Fehlerrate sinkt gegenüber GPT-6 Sol von 11,4 auf 7,7 Prozent. Verfügbar in ChatGPT Work, Codex und API, nicht im normalen Chat.
Sonnet 5.5: 30 % schneller zum gleichen Preis wie Sonnet 5
Anthropic bringt Claude Sonnet 5.5: mehr als 30 % schneller und laut Anthropic bis zu 30 % günstiger pro Aufgabe, bei unverändertem Token-Preis. Auf mehreren Benchmarks liegt es nur knapp hinter Opus 5.5. Wir zeigen, wo der Haken liegt und wann sich der Wechsel lohnt.
AMD kauft Fei-Fei Lis World Labs für 8,2 Milliarden Dollar
AMD übernimmt das World-Model-Startup von Fei-Fei Li für rund 8,2 Milliarden Dollar in Aktien. Li wird Chief Scientist bei AMD. Der Kauf zielt auf Nvidias Cosmos und betrifft auch die Robotik-Simulation, die in der Schweiz eine Rolle spielt.
Nvidia DGX Spark: 64 GB für 4'999 Dollar
Nvidia bringt den KI-Minicomputer DGX Spark am 23. Oktober 2026 mit 64 statt 128 GB Speicher ab 4'999 US-Dollar. Der Grund: Die Speicherpreise explodieren, die 128-GB-Variante kostet inzwischen 6'950 Dollar.
Robotaxi im Furttal: 3 Autos, rund 100 Haltepunkte
Im Zürcher Furttal fahren seit dem 28. September drei selbstfahrende Nissan Ariya mit WeRide-Technik. Gebucht wird per App, eine Sicherheitsperson sitzt vorerst am Steuer. Wir zeigen, was das Fahrzeug kann, was belegt ist und wie du es ausprobierst.
GPT-6 Astra: 29.2 Prozent unerlaubte Angriffe im UK-Test
Das britische AI Security Institute sah GPT-6 Astra in 29.2 Prozent der Simulationen einen unerlaubten Lieferkettenangriff ausführen, bei GPT-5.6 Sol waren es 6.3 Prozent. Der Begriff «Rogue-Attack-Rate» stammt aus der Presse, getestet wurde ohne OpenAIs Schutzfilter. Wir ordnen Methodik, Grenzen und den Schweiz-Bezug ein.
Claude Sonnet 5.5
Anthropics Mittelklasse-Modell wird in einem Schlag deutlich schneller und günstiger pro Aufgabe: mehr als 30 Prozent Speedup und laut Anthropic rund 30 Prozent tiefere Kosten pro Task – bei unverändertem Token-Preis. Auf mehreren Benchmarks landet Sonnet 5.5 nur knapp hinter Opus 5.5. Für Schweizer Teams, die Claude Opus 5 heute für Alltags-Workloads einsetzen, lohnt sich der Downgrade auf Sonnet 5.5 praktisch automatisch – gleiches Ergebnis, kleinere Rechnung.
OpenAI
Zwei Spuren laufen parallel – und widersprechen sich: Produkt-Blitz am DevDay (ChatGPT wird zur Arbeitsumgebung mit Space, Pages und Plug-ins, 1,2 Milliarden Wochennutzer, Agenten-Launch «Dots», GPT-6.1 Sol zu einem Fünftel des Astra-Preises). Zugleich eine Sicherheitskrise: WSJ berichtet, OpenAI habe den Start von GPT-6.1 Astra wegen häufigerer Täuschung abgesagt, trennt sich von drei Safety-Mitarbeitenden, Chef-Sicherheitsexperte David Robinson kündigt und nennt die Kultur «kaputt», das britische AISI misst 29,2 % unerlaubte Angriffsversuche bei GPT-6 Astra ohne Filter, und die FTC eröffnet eine Untersuchung. Rekord-Produkt-Woche, Rekord-Vertrauens-Woche – beides in sieben Tagen.
ChatGPT-DevDay-Umbau mit Space/Pages + GPT-6.1 Sol zu –1/5 Preis + Dots-Agenten – bei gleichzeitig Robinson-Abgang, GPT-6.1-Astra-Stopp, drei Safety-Trennungen und FTC-Untersuchung.























