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Altman bläst den OpenAI-Börsengang ab: «Nicht 2026»

Sam Altman hat im Fortune-Interview erklärt, ein Börsengang von OpenAI wäre angesichts der Sicherheitsdebatte derzeit «ill-advised» – und legt das grösste erwartete Listing der Tech-Geschichte auf 2027. Der vertrauliche Börsenprospekt liegt seit Juni bei der SEC. Konkurrent Anthropic hält dagegen am Herbst fest.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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14. SEPTEMBER 2026
3 MIN. LESEZEIT
Skizze einer übergrossen Börsenglocke in einer leeren Handelshalle, daneben ein ungeöffneter Prospekt-Ordner, kinewsletter.ch Stil
Skizze einer übergrossen Börsenglocke in einer leeren Handelshalle, daneben ein ungeöffneter Prospekt-Ordner, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Der Prospekt liegt längst bei der Börsenaufsicht02Eine Woche, die die Tonlage gedreht hat03965 Milliarden, die man nicht kaufen kann04Ein Versprechen mit Verfalldatum
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01Der Prospekt liegt längst bei der Börsenaufsicht02Eine Woche, die die Tonlage gedreht hat03965 Milliarden, die man nicht kaufen kann04Ein Versprechen mit Verfalldatum
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Der IPO ist nicht abgesagt, nur verschoben: OpenAIs Prospekt liegt seit Juni bei der SEC – Altman wartet ab, Anthropic zielt weiter auf den Herbst.

Sam Altman hat am Freitag in einem einstündigen Interview mit Fortune-Chefredaktorin Alyson Shontell erklärt, dass OpenAI dieses Jahr nicht an die Börse geht: «Ich denke tatsächlich, dass angesichts all dessen, was gerade rund um Sicherheit passiert, jetzt ein schlecht gewählter Moment für einen Börsengang wäre.» Auf Nachfrage, ob das ein Nein für 2026 bedeute, antwortete er: «Ich würde sagen, nicht 2026, ja. Wir haben noch viel zu tun.» Damit rückt das wohl grösste erwartete Listing der Tech-Geschichte auf 2027 – und zwar nicht wegen der Zahlen, sondern wegen der Risikodebatte.

Der Prospekt liegt längst bei der Börsenaufsicht

Die Kehrtwende ist deutlicher, als sie auf den ersten Blick wirkt. OpenAI hat am 8. Juni 2026 vertraulich einen Börsenprospekt bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht – ein sogenanntes confidential filing, bei dem die Unterlagen geprüft werden, ohne dass die Öffentlichkeit sie sieht. Die letzte bestätigte Bewertung des Unternehmens lag Ende März bei 852 Milliarden Dollar, nach einer Finanzierungsrunde über 122 Milliarden. Die New York Times berichtete im Juni, OpenAI habe Banken und Anwälte für einen Start im dritten oder vierten Quartal 2026 mandatiert, tendiere aber wegen der volatilen Tech-Börsen bereits zu 2027.

Neu ist also nicht der Zeitplan, neu ist die Begründung. Shontell hatte gefragt, ob OpenAI wegen der IPO-Pläne unter Druck stehe, «wirklich schnell» zu liefern. Altmans Antwort: «Wir hetzen nicht in einen Börsengang.» Man gehe an die Börse, «wenn wir bereit sind – wenn das Geschäft bereit ist, wenn wir uns bereit fühlen angesichts dessen, wie der Moment in der Gesellschaft mit dieser Technologie gerade ist.»

Eine Woche, die die Tonlage gedreht hat

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Innerhalb weniger Tage hatte ein Anthropic-Mitarbeiter auf X öffentlich vor der Auslöschung der Menschheit gewarnt, und Anthropic-CEO Dario Amodei forderte in seinem Essay «We Must Pace the Frontier», das Entwicklungstempo bewusst zu drosseln – wir haben den Vorstoss gestern eingeordnet. Altman sagte Fortune, die Sicherheitsstandards seien «nicht an einem Punkt», an dem man die Fähigkeiten der Modelle noch viel weiter treiben sollte, und bezeichnete KI jenseits menschlicher Kontrolle als «absolut» möglich. Er würde sich nach eigener Aussage auch gegen seine Investoren stellen, wenn ein Stopp nötig wäre.

965 Milliarden, die man nicht kaufen kann

Und die Konkurrenz? Anthropic hat den Schritt bereits am 1. Juni vertraulich eingereicht – eine Woche vor OpenAI. Vorausgegangen war eine Series-H-Runde über 65 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 965 Milliarden, womit Anthropic OpenAI erstmals überholte. Als Zielfenster für den Handelsstart gilt laut übereinstimmenden Medienberichten der Oktober 2026; offiziell bestätigt hat Anthropic bislang kein Datum. Sollte es dabei bleiben, geht ausgerechnet jenes Labor zuerst an die Börse, dessen Chef am lautesten zum Bremsen aufruft.

Für Schweizer Anlegerinnen und Anleger heisst das: beide Unternehmen bleiben vorerst unerreichbar, denn Aktien privater US-Firmen sind für Privatpersonen praktisch nicht zugänglich. Physisch präsent ist OpenAI hierzulande trotzdem – das Unternehmen betreibt seit Dezember 2024 ein Forschungsbüro in Zürich, sein fünftes in Europa.

Ein Versprechen mit Verfalldatum

Altmans Begründung ist überprüfbar – und genau das macht sie interessant. Sobald OpenAI den Börsengang zündet, wird die Frage sein, was sich bei Sicherheit und Alignment (der Abstimmung von KI-Zielen auf menschliche Absichten) messbar verändert hat. Passiert bis dahin nichts Sichtbares, war «ill-advised» vor allem ein eleganter Name für einen nervösen Tech-Markt.

Quellen

Exclusive: Sam Altman addresses AI doomsday fears in new interview — Fortune↗ EXTERNER LINKOpenAI's Sam Altman says it would be 'ill-advised' to go public in 2026 — TechCrunch↗ EXTERNER LINKSam Altman says OpenAI won't file for IPO this year — Engadget↗ EXTERNER LINKFollowing Anthropic, OpenAI files confidentially for IPO — TechCrunch↗ EXTERNER LINKAnthropic confidentially files for IPO at $965 billion valuation — Fortune↗ EXTERNER LINKAnthropic raises $65B Series H at $965B valuation — Anthropic↗ EXTERNER LINKAnthropic tops OpenAI as most valuable AI startup — CNBC↗ EXTERNER LINKAnthropic's Amodei proposes plan to slow the pace of AI — CNBC↗ EXTERNER LINKOpenAI sets up new office in Switzerland — SWI swissinfo.ch↗ EXTERNER LINK
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