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Chip-Startup Etched: 21 Milliarden nach dem ersten Rack

Etched hat 700 Millionen Dollar zu einer Bewertung von 21 Milliarden aufgenommen — 26 Tage nach der letzten Runde. Der erste belieferte Kunde ist zugleich der Leadinvestor.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
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19. AUGUST 2026
3 MIN. LESEZEIT
Illustration eines leeren Serverracks neben einer Versandkiste mit Silizium-Wafer, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines leeren Serverracks neben einer Versandkiste mit Silizium-Wafer, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Der erste Kunde ist auch der Leadinvestor02Prefill und Decode – zwei Probleme, zwei Bauteile03Für Schweizer Firmen zählt der Preis pro Token
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01Der erste Kunde ist auch der Leadinvestor02Prefill und Decode – zwei Probleme, zwei Bauteile03Für Schweizer Firmen zählt der Preis pro Token
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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Inferenz wird zum eigenen Hardware-Markt — aber Etcheds Bewertung läuft der Auslieferung um Längen voraus.

Das US-Chip-Startup Etched hat am 18. August 2026 weitere 700 Millionen Dollar aufgenommen — bei einer Bewertung von 21 Milliarden Dollar. Angeführt hat die Runde die Handelsfirma Jane Street, die zugleich der erste Kunde ist: Laut Etched läuft seit letztem Monat ein komplettes Rack in Jane Streets Rechenzentrum. Am 23. Juli lag die Bewertung noch bei 10,3 Milliarden — verdoppelt in 26 Tagen.

Der erste Kunde ist auch der Leadinvestor

«Wir haben den Chip getestet und sind mit den frühen Ergebnissen zufrieden», lässt sich Jane Street im Blogpost von Etched zitieren. Ganz so sauber ist die Reihenfolge aber nicht: Jane Street gehörte laut TNW schon seit Juni zu Etcheds Geldgebern — gemeinsam mit Hudson River Trading, Jump Trading und Two Sigma. Hier stockt also ein bestehender Investor auf und nimmt eine Lieferung entgegen. Das ist etwas anderes als ein Kunde, der zum Leadinvestor wird.

Mit dabei sind ausserdem Kleiner Perkins, Sequoia, Andreessen Horowitz, Peter Thiel, Tiger Global und Blackstone. Die Kurve: 5 Milliarden im Dezember, 10,3 im Juli, 21 im August — bei genau einer ausgelieferten Anlage.

Prefill und Decode – zwei Probleme, zwei Bauteile

Etched verkauft keine einzelnen Chips, sondern ganze Systeme, die die Firma «frontier inference clusters» nennt. Inferenz — das, was passiert, nachdem du einen Prompt abgeschickt hast — zerfällt in zwei Phasen: Im Prefill verarbeitet das System deine Eingabe samt Kontext, das kostet Rechenleistung. Im Decode entstehen die Antwort-Tokens, das kostet Speicherbandbreite.

Etcheds Prefill-Chip arbeitet nach Firmenangaben mit weniger als der halben Spannung üblicher KI-Beschleuniger — weniger Spannung, weniger Abwärme, mehr Transistoren auf gleicher Fläche. Fürs Decode teilen sich viele Chips über eine eigene Verbindungstechnik einen schnellen Speicherpool, «cluster-scale memory» genannt. Den alten Ruf, ein einzelnes Modell fest ins Silizium zu brennen, ist Etched los: COO Robert Wachen sagte TechCrunch, die Systeme führten jedes Frontier-Modell aus, auch Mixture-of-Experts wie DeepSeek und Qwen oder Nicht-Transformer wie Mamba.

Für Schweizer Firmen zählt der Preis pro Token

Dass gleich vier Eigenhandelsfirmen investiert sind, ist kein Zufall: Im Hochfrequenzhandel rechnet sich Latenz direkt in Geld um. Für alle anderen zählen die Kosten pro Token — jetzt, wo sich die KI-Wirtschaft vom einmaligen Training zum Dauerbetrieb verschiebt. Google, Amazon, Meta, Microsoft und Broadcom bauen dafür längst eigenes Silizium.

Schweizer Firmen kaufen keine Racks, sie kaufen Tokens — zunehmend im Inland. Infomaniak hostet in Schweizer Rechenzentren unter anderem das hiesige Open-Source-Modell Apertus 1.5 (70B) und verlangt laut Preisliste CHF 0.70 pro Million Eingabe- und CHF 2.50 pro Million Ausgabe-Tokens. Swisscom betreibt mit Nvidia eine Swiss AI Platform und hat dafür nach eigenen Angaben bis zu 100 Millionen Franken eingeplant. Apertus selbst wurde von ETH und EPFL auf dem Alps-Rechner des CSCS trainiert. Billigere Inferenz-Hardware hilft genau diesen souveränen Angeboten — vorausgesetzt, sie kommen daran.

Der Haken: Hardware-Startups scheitern selten am Chipdesign, sondern an Fertigung, Packaging, Speicher und Lieferketten. CEO Gavin Uberti sagt es gegenüber SiliconANGLE nüchtern selbst: «Wir haben drei Jahre gebraucht, um unser erstes Rack von Grund auf zu liefern. Das nächste geht viel schneller.» Fast elf Milliarden Bewertungsplus in vier Wochen sind die Wette darauf, dass er recht behält.

Quellen

From Zero to One – Etched (18.08.2026)↗ EXTERNER LINKEtched's valuation doubles to $21B in a month – TechCrunch (18.08.2026)↗ EXTERNER LINKInference chip startup Etched raises another $700M at $21B valuation – SiliconANGLE (18.08.2026)↗ EXTERNER LINKEtched raises $700M at a $21B valuation led by Jane Street – TNW (18.08.2026)↗ EXTERNER LINKAI chip startup Etched defies skeptics, hits $10.3B valuation – TechCrunch (23.07.2026)↗ EXTERNER LINKAI Services – Preise – Infomaniak↗ EXTERNER LINKSwiss AI Platform – Swisscom↗ EXTERNER LINKAlps – CSCS↗ EXTERNER LINK
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