Bank of England, Fed und Bank of Canada briefen Grossbanken zu Claude Mythos. Erstmals wird ein KI-Modell offiziell als systemisches Finanzrisiko gewertet. Auch die Schweiz reagiert.
Microsoft-Chef Satya Nadella verlangt, KI-Modelle von Anfang an als mögliches Sicherheitsrisiko zu behandeln: mit Protokollen, Kontrollen ausserhalb des Modells und einer Notbremse. Wir ordnen ein, was das für Firmen mit KI-Agenten heisst.
KI-Sicherheit ist nicht mehr IT-Thema, sondern systemisches Finanzrisiko – mit direkter Relevanz für FINMA und UBS.
Eine Woche nach der Ankündigung von Anthropics Project Glasswing eskaliert die Reaktion der Finanzaufsicht weltweit. Die Bank of England plant Dringlichkeitsgespräche mit Grossbanken. US-Finanzminister Bessent und Fed-Chef Powell haben Wall-Street-CEOs gebrieft. Die Bank of Canada hat sich mit Finanzinstituten getroffen. Der Grund: ein KI-Modell, das autonom Tausende Zero-Day-Schwachstellen findet – und das erstmals offiziell als Finanzstabilitätsrisiko gewertet wird.
Claude Mythos, das unveröffentlichte Preview-Modell hinter Glasswing, erreicht auf dem CyberGym-Benchmark 83.1 Prozent – gegenüber 66.6 Prozent für Claude Opus 4.6. Das Modell fand unter anderem eine 27 Jahre alte Schwachstelle in OpenBSD und eine 16 Jahre alte Lücke in FFmpeg, die zuvor an rund 5 Millionen automatisierten Tests vorbeigegangen war. Für Banken-CISOs ist das ein Wendepunkt: Wenn defensive KI autonome Schwachstellen-Suche beherrscht, können Angreifer mit vergleichbaren Modellen dasselbe tun.
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