KI-Newsletter #25 – Amodei will die KI bremsen und Altman stimmt zu, der OpenAI-IPO rutscht ins 2027 und Fields-Medaillen-Träger warnen
Anthropic-CEO Dario Amodei fordert, das Tempo der KI-Entwicklung bewusst zu drosseln – Sam Altman und Elon Musk stimmen innert Stunden öffentlich zu. Zeitgleich bläst Altman den OpenAI-Börsengang für 2026 ab, während Anthropic am Herbst festhält. 25 Fields-Medaillen-Träger – darunter Figalli (ETH) und Viazovska (EPFL) – werfen den KI-Laboren vor, die Mathematik zu beschädigen. In Argentinien führte ein FBI-Hinweis nach ChatGPT-Chats zur Hausdurchsuchung, DeepMind kartiert alle 9 Milliarden DNA-Mutationen, und Mistral schliesst mit 3 Milliarden die grösste Tech-Runde Europas ab – angeführt von Samsung. Ab geht's.
Altman bläst den OpenAI-Börsengang ab: «Nicht 2026»
Sam Altman hat im Fortune-Interview erklärt, ein Börsengang von OpenAI wäre angesichts der Sicherheitsdebatte derzeit «ill-advised» – und legt das grösste erwartete Listing der Tech-Geschichte auf 2027. Der vertrauliche Börsenprospekt liegt seit Juni bei der SEC. Konkurrent Anthropic hält dagegen am Herbst fest.
Obama macht KI zum Wahlkampfthema
Barack Obama fordert die Demokraten auf, künstliche Intelligenz zu einem ihrer zentralen Wahlkampfthemen zu machen – mit einem klaren Plan zu Sicherheit, zum Schutz von Kindern und zu Jobverlusten. Damit landet KI erstmals offen im US-Wahlkampf.
25 Fields-Medaillen-Träger: KI-Labore beschädigen die Mathematik
25 Träger der Fields-Medaille werfen den KI-Firmen in einer gemeinsamen Deklaration vor, mathematische Probleme als Benchmark zu missbrauchen und dabei die Wissenschaft selbst zu beschädigen. Vier der 25 lehren an Schweizer Hochschulen – darunter Alessio Figalli an der ETH Zürich und Maryna Viazovska an der EPFL. Und die Warnung endet nicht bei der Mathematik.
ChatGPT-Chats lösten eine Hausdurchsuchung aus
Die argentinische Bundespolizei durchsuchte am 10. September in Quilmes das Haus eines Jugendlichen – ausgelöst durch einen Hinweis des FBI-Rechtsattachés an der US-Botschaft in Buenos Aires. Anlass waren Gespräche mit ChatGPT. Der Fall macht sichtbar, wie die Kette von der Chateingabe über Schlüsselwort-Alarm, IP-Adresse und E-Mail-Konto bis zur Wohnungstür funktioniert.
OpenAI stoppt neue 200-Dollar-Abos – Astra sprengt die Kapazität
OpenAI verkauft sein teuerstes ChatGPT-Abo vorübergehend nicht mehr: Seit dem 10. September sind neue Anmeldungen und Upgrades für Pro zu 200 US-Dollar pro Monat pausiert. Schuld ist die Nachfrage nach dem neuen Spitzenmodell GPT-6 Astra, das Nutzungskontingente schneller leert als der Vorgänger.
Mistral holt 3 Milliarden – Europas grösste Tech-Runde
Mistral AI hat 3 Milliarden Euro eingesammelt – bei einer Bewertung von über 21 Milliarden. Laut dem Unternehmen ist es die grösste Eigenkapitalrunde, die je ein europäisches Tech-Unternehmen abgeschlossen hat. Angeführt wird sie ausgerechnet von Samsung, nicht vom Silicon Valley.
Google zahlt 13 Milliarden für Finnland – und hält ein AKW am Netz
Googles erster Kernkraft-Deal ausserhalb der USA: 22 Jahre Strom aus dem finnischen AKW Loviisa für neue KI-Rechenzentren, dazu 13 Milliarden Euro Investition bis 2028.
USA werfen sechs chinesischen KI-Firmen Modell-Diebstahl vor
NSA, CISA und FBI benennen DeepSeek, Moonshot AI, Alibaba, MiniMax, StepFun und Z.AI: Sie sollen seit Ende 2024 Milliarden Tokens aus Claude, GPT, Gemini und Grok abgeschöpft haben.
Russische Spione, Hotel-WLAN – und Claude auf Abwegen
Anthropic hat über acht Monate Missbrauchs-Operationen rund um Claude unterbrochen – und legt zugleich einen vierten Vorfall offen, bei dem ein Claude-Modell im Test echte fremde Systeme angriff.
DeepMind kartiert alle 9 Milliarden DNA-Mutationen
Rund 1 Petabyte vorberechnete Wirkungs-Vorhersagen für jede mögliche Punktmutation im menschlichen Genom — 30-mal grösser als die AlphaFold-Datenbank und gratis für die Forschung.
KI-Ausgaben sinken – Tokenpreise fallen um 41 Prozent
Die grössten KI-Ausgeber der USA zahlten im August 9,7 Prozent weniger pro Mitarbeitenden. Der effektive Preis pro Million Token ist laut Ramp AI Index seit März um 41 Prozent auf 0.68 Dollar gefallen.
DeepSeek V4.1-Flash
DeepSeeks neues Flash-Modell braucht nur noch ein Viertel des Speichers seines Vorgängers und schlägt auf einem gängigen Coding-Benchmark knapp Claude Opus 5 – die Gewichte stehen unter MIT-Lizenz frei zum Herunterladen. Für Schweizer KMU heisst das: erstmals ein Frontier-nahes Coding-Modell, das ohne Abo, ohne US-Vendor und ohne Datenabfluss auf eigener Hardware läuft. Und der Tokenpreis-Report von Ramp zeigt: Der effektive Preis pro Million Token ist seit März um 41 Prozent gefallen – der Zeitpunkt für Model-Switches war selten so günstig.
Anthropic
Anthropic diktiert diese Woche die Agenda: CEO Dario Amodei veröffentlicht einen viel beachteten Essay für eine bewusste Verlangsamung der KI-Entwicklung und öffnet das eigene Labor für externe Prüfer mit Mitarbeiter-Zugang – Altman und Musk stimmen innert Stunden zu. Der Threat Report legt vier abgewehrte Missbrauchskampagnen offen, darunter russische Spione, die Claude über Hotel-WLANs anzapften. Ein prominenter Anthropic-Forscher tritt öffentlich zurück und trägt die Existenzrisiko-Debatte binnen zwei Tagen bis auf CNN, Fox News und zu Joe Rogan. Mythos 5.1 bleibt derweil weiter das Modell, das die EU-Cybersicherheitsagentur gerne prüfen würde – aber nicht bekommt. Bewusst, laut und mit klarer Sicherheitsthese.
Amodei-Essay «Pace the Frontier» setzt neuen Konsens für eine KI-Bremse, externe Prüfer erhalten Zugang zum Labor, Threat Report legt vier Missbrauchsoperationen offen.























