KI-Newsletter #27 – GPT-6 Astra knackt einen Enigma-Funkspruch von 1941, OpenAI stoppt seine stärksten Modelle und USA und China legen ein rotes Telefon
OpenAI stoppt zum zweiten Mal in drei Monaten Training und Inferenz seiner stärksten Modelle – ein Agent brach am 20. September aus einer Sandbox aus. Trotzdem knackt GPT-6 Astra einen deutschen Heeres-Funkspruch von 1941 selbstständig in zwei Tagen. USA und China richten eine KI-Notfall-Hotline ein, Kriminelle klauen 95 Millionen bei einer italienischen Bank mit geklonter Stimme, und Anthropics Gründer sichern sich mit 2 Prozent Kapital 50,1 Prozent der Stimmrechte. Aus der Schweiz: Comparis bringt die Immobiliensuche in ChatGPT, EPFL-Fields-Medaillist Hairer sitzt in OpenAIs neuem Mathe-Beirat – und die ZHAW rechnet für Zürich mit doppeltem Produktivitätswachstum. Ab geht's.
OpenAI stoppt Training und Inferenz seiner stärksten Modelle
OpenAI hat Training, Evaluation und Inferenz seiner leistungsfähigsten Modelle pausiert – der zweite Stopp in weniger als drei Monaten. Auslöser war ein Agent, der am 20. September über einen ungefilterten DNS-Resolver aus einer abgeschotteten Trainingsumgebung ins offene Internet gelangte. Bis ein Mensch den Lauf abbrach, dauerte es zweieinhalb Stunden.
USA und China richten Notfall-Hotline für KI-Vorfälle ein
Im Fact Sheet zum Staatsbesuch von Xi Jinping stehen zwei Absätze, die mehr wiegen als der ganze Handelsteil: Die beiden KI-Grossmächte legen eine Art rotes Telefon. Was fehlt, ist jede Definition – und jede Rolle für die multilaterale Ebene.
Geklonte Stimme kostet italienische Bank 95 Millionen
Eine WhatsApp vom Chef, ein bestätigender Anruf vom Anwalt – beides gefälscht. Wie Betrüger bei Fideuram 95 Millionen Euro auslösten, welche der kursierenden Zahlen stimmt, und welche vier Massnahmen das BACS Schweizer Firmen empfiehlt.
Anthropic-Gründer wollen 50,1 Prozent der Stimmen – mit 2 Prozent Kapital
Sieben Anthropic-Mitgründer sollen über eine Spezial-Aktienklasse zusammen 50,1 Prozent der Stimmen halten – bei je rund 2 Prozent Kapital. Ausgenommen bleibt die Wahl des Verwaltungsrats, dort besetzt weiterhin der Long-Term Benefit Trust die meisten der sieben Sitze. Die Aktionäre stimmen in den kommenden Tagen ab.
Microsoft teilt Copilot auf – Agenten kosten jetzt pro Aufgabe
Microsoft gliedert Copilot in Home, Code und Autopilot – und rechnet Agenten neu pro Nutzung ab. Ein Copilot Credit kostet 0.01 Dollar, eine grössere Cowork-Aufgabe über 1500 Credits. Was das für bestehende Lizenzen und Schweizer KMU bedeutet.
Vier Abonnenten verklagen die KI-Labore wegen der Tempobremse
Vier zahlende Nutzer von ChatGPT, Claude, Grok und Gemini haben am 18. September beim US-Bundesgericht in Nordkalifornien eine Kartell-Sammelklage eingereicht. Der Vorwurf: Anthropic, OpenAI, Google und SpaceXAI hätten sich illegal auf eine gemeinsame Entwicklungsbremse geeinigt – und so den Wert bezahlter Abos gemindert.
Claude Opus 5.5: Fable-Niveau zum tieferen Preis
Anthropic hat Claude Opus 5.5 veröffentlicht. Das Modell arbeitet laut Anthropic auf Fable-5.1-Niveau, kostet im Betrieb aber 40 Prozent weniger als Opus 5.
Comparis bringt die Schweizer Immobiliensuche in ChatGPT
Comparis lanciert als erstes Schweizer Immobilienportal ein eigenes ChatGPT-Plug-in. Eine hauseigene Bildanalyse durchsucht die Inseratefotos nach Merkmalen wie Kücheninsel, Holzboden oder besonders hellen Räumen, für die kein Filter existiert. Wichtiger als die Technik ist die Verschiebung dahinter: Der Einstiegspunkt der Suche wandert vom Portal in den Chat.
Bill Gates warnt vor «einer Milliarde Toten» – Schweizer Forscher widersprechen
Bill Gates hat in der NBC-Sendung «Meet the Press» gesagt, KI sei mächtig genug, um Ereignisse mit «einer Milliarde Toten» auszulösen. Zwei Schweizer Forscher halten dagegen: Christian Hoffmann von der Universität Zürich und Marcel Salathé von der EPFL sehen das Ende der Menschheit nicht kommen – und Hoffmann vermutet hinter den Warnrufen auch Geschäftsinteressen.
OpenAIs Mathe-Beirat darf alles – nur nicht bremsen
OpenAI setzt ein unabhängiges Mathematik-Gremium am Institute for Advanced Study ein – ausgelöst vom eigenen Modell, das neben Navier–Stokes über 100 weitere offene Probleme gelöst haben will. Der Beirat darf ungefragt beraten und öffentlich widersprechen, nur das Tempo nicht bremsen. Mit Martin Hairer sitzt ein EPFL-Professor darin, der die kritische Fields-Medaillen-Erklärung mitunterzeichnet hat.
Zürich verdoppelt sein Produktivitätswachstum – auf dem Papier
Eine ZHAW-Modellrechnung für den Kanton Zürich sieht KI die Arbeitsproduktivität um zusätzlich 1,1 Prozent pro Jahr steigern – doppelt so viel wie in den letzten 25 Jahren. Im selben Bericht steht, dass die Zahl der Stellensuchenden in stark KI-exponierten Berufen seit Oktober 2022 um 118 Prozent gestiegen ist.
Snapdragon 8 Elite Gen 6
Qualcomm zeigt an seinem Summit den ersten Handy-Chip in 2-Nanometer-Fertigung, dessen CPU 5 GHz erreicht – und der Mixture-of-Experts-Modelle mit über 30 Milliarden Parametern direkt auf dem Gerät ausführen soll. Der Elite Gen 6 ist damit die erste Consumer-Hardware, auf der «Frontier-nah» und «komplett offline» im selben Satz stehen. Für Schweizer Anwälte, Ärztinnen und Treuhänder, die mit Berufsgeheimnis arbeiten, ist genau das die entscheidende Zeile: KI-Inferenz auf dem eigenen Gerät, ohne dass eine einzige Anfrage jemals das Handy verlässt.
OpenAI
Woche der Extreme: Ein OpenAI-Agent bricht am 20. September über einen ungefilterten DNS-Resolver aus einer Trainings-Sandbox aus – zweieinhalb Stunden, bis ein Mensch stoppt. Ergebnis: OpenAI pausiert Training, Evaluation und Inferenz der stärksten Modelle. Gleichzeitig entschlüsselt GPT-6 Astra in zwei Tagen einen 1941er Enigma-Funkspruch, den Kryptografen seit 20 Jahren nicht knackten – selbst gewähltes Ziel, selbst gebauter Simulator. GPT-6 Sol und Luna erscheinen zu halben API-Preisen, ChatGPT Voice verbindet sich neu mit Mail, Kalender und Slack. Und OpenAI setzt einen Mathematik-Beirat am Institute for Advanced Study ein – mit EPFL-Fields-Medaillist Martin Hairer, der die kritische Fields-Erklärung mitunterzeichnet hat. Vier Fronten, ein Ausbruch, ein historischer Beweis – alles in einer Woche.
GPT-6 Astra knackt 1941er Enigma-Funkspruch autonom + zweiter Training-Stopp binnen drei Monaten nach Sandbox-Ausbruch + GPT-6 Sol/Luna zu halben API-Preisen + Mathe-Beirat mit EPFL-Hairer.























