Anthropic schliesst einen Sechsjahresvertrag über 10 Milliarden Dollar mit Volta – einem Cloud-Startup, das es vor sechs Monaten noch gar nicht gab. Die Rechenleistung kommt aus einem wasserkraftbetriebenen Rechenzentrum des Bitcoin-Miners Bitdeer in Norwegen.
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Wenn ein KI-Lab 10 Milliarden Dollar an ein sechs Monate altes Startup vergibt, zeigt das, wie knapp Rechenleistung geworden ist – und wie zirkulär die KI-Finanzierung: Nvidia ist bei Volta gleichzeitig Investor und Chip-Lieferant.
Anthropic hat sich laut einem Bloomberg-Bericht vom Dienstag für 10 Milliarden Dollar Cloud-Rechenleistung bei Volta Infra Holdings gesichert – einem Startup, das erst Anfang 2026 gegründet wurde. Der Vertrag läuft über sechs Jahre; die Kapazität kommt aus einem wasserkraftbetriebenen Rechenzentrum des Bitcoin-Miners Bitdeer im norwegischen Tydal, bestückt mit Nvidias neuesten Vera-Rubin-Chips. Dass der Claude-Hersteller einen zweistelligen Milliardenbetrag an eine Firma ohne Track Record vergibt, zeigt vor allem eines: wie verzweifelt knapp Rechenleistung im KI-Rennen geworden ist.
Das Rechenzentrum in Tydal liefert laut Bitdeer 121 IT-Megawatt, gestützt auf rund 133 Megawatt Gesamtkapazität – betrieben zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie, vor allem lokaler Wasserkraft. Die Übergabe erfolgt in zwei Phasen: Die erste soll Ende Dezember 2026 starten, die zweite bis Ende März 2027. Für Bitdeer, bisher primär als Bitcoin-Miner bekannt, ist es der Sprung ins KI-Geschäft: Der 16-Jahres-Mietvertrag mit Volta bringt dem Unternehmen laut eigener Mitteilung rund 4,7 Milliarden Dollar ein – die Bitdeer-Aktie legte nach der Ankündigung gemäss Bloomberg um 14 Prozent zu.
Volta wurde von Ricard Boada und Sofia Gumuzio gegründet, zwei früheren Führungskräften aus dem Infrastrukturgeschäft des Vermögensverwalters Brookfield. Parallel zum Anthropic-Deal meldete das Startup eine über , angeführt von Andreessen Horowitz und Altimeter Capital – auch Nvidia und Michael Dell sind beteiligt. Die Bewertung: 2,4 Milliarden Dollar, sechs Monate nach Gründung. Dazu kommt ein 5-Milliarden-Dollar-Finanzierungspool, mit dem Volta seinen Kunden die teuren KI-Chips vorfinanzieren will.
Der Deal ist ein Paradebeispiel für die zunehmend zirkuläre KI-Finanzierung: Nvidia investiert in Volta – und verkauft dem Startup gleichzeitig die Chips, die es an Anthropic weitervermietet. Ein Muster, das sich derzeit häuft, wie auch Nvidias Milliarden-Investition in Safe Superintelligence zeigt. Wie weit diese Konstruktionen inzwischen gehen, beschreibt ein Bericht der Financial Times vom selben Tag: Google, Broadcom, Apollo und Blackstone haben demnach ein Spezialvehikel namens «Compute SPV» aufgesetzt, das für rund 35 Milliarden Dollar etwa ein Gigawatt an Google-TPU-Hardware kaufte – und an Anthropic verleast. Insgesamt hängen laut FT rund 200 Milliarden Dollar an Verträgen daran, dass Anthropics Umsatz weiter so wächst wie erhofft. Kritiker warnen: Bleibt die KI-Nachfrage hinter den Erwartungen zurück, könnten sich die Verluste durch diese Verflechtungen gegenseitig verstärken. Für dich als Claude-Nutzer heisst der Deal kurzfristig schlicht: mehr Kapazität – diesmal aus norwegischer Wasserkraft.
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