NewsKategorienWissenNewsletter-ArchivEvents
AnmeldenKostenlos abonnieren
JEDEN MONTAG
Die wichtigsten KI-News der Woche — in 5 Minuten.

Der wöchentliche KI-Newsletter für die Schweiz. Kompakt, relevant, zero Bullshit. 5 Minuten lesen, 1 Woche informiert.

FOLGE UNS
LIXIG
NAVIGATION
KI NewsArchivNewsletter-ArchivAutorenÜber unsKontakt
KATEGORIEN
KI-ForschungKI-BusinessRegulierung & EthikKI in der SchweizKI-Tools & AppsNeue Modelle
WISSEN & REFERENZ
KI-GlossarKI-Events SchweizEvent einreichenLLM-VergleichSchweizer KI-StartupsFirmen & OrganisationenKI-Regulierung SchweizKI-Rechenzentren SchweizKI in der VerwaltungApertus in der Praxis
RECHTLICHES
ImpressumDatenschutzAGB
© 2026 Inoo GmbH · Altstätten SG · Schweiz
Ein Produkt von InooSwiss Made Software
HOME·NEWS·KI-BUSINESS

OpenAIs erster eigener Chip schlägt Nvidia beim Strom

Erste Benchmarks für den Inferenz-Chip Jalapeño: 1,5 bis 1,9 Mal mehr KI-Arbeit pro Watt als Nvidias Blackwell. SemiAnalysis sieht sogar Rubin überholt.

Pascal Eugster
Pascal Eugster
GRÜNDER & ENTWICKLER
26. AUGUST 2026
4 MIN. LESEZEIT
Illustration eines grossen Prozessorchips in Elektroblau auf einer Platine, daneben eine Chilischote und eine Lupenlampe, kinewsletter.ch Stil
Illustration eines grossen Prozessorchips in Elektroblau auf einer Platine, daneben eine Chilischote und eine Lupenlampe, kinewsletter.ch Stil
INHALT
01Neun Monate vom Reissbrett in die Fabrik02Warum Watt die neue Währung ist03Der CUDA-Burggraben bekommt Risse04Was die Zahlen nicht zeigen05Lugano rechnet mit sieben Megawatt
INHALT
01Neun Monate vom Reissbrett in die Fabrik02Warum Watt die neue Währung ist03Der CUDA-Burggraben bekommt Risse04Was die Zahlen nicht zeigen05Lugano rechnet mit sieben Megawatt
Inoo GmbH
Präsentiert & entwickelt von
kinewsletter.ch ist ein Projekt der Inoo GmbH

KI-Beratung und Softwareentwicklung aus dem St. Galler Rheintal.

inoo.ch →
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE

Ein Chip der ersten Generation schlägt etablierte Nvidia-Hardware bei Durchsatz pro Watt – und weil Rechenzentren durch Strom limitiert sind, entscheidet genau diese Kennzahl über die künftigen Inferenzkosten. Auch für Schweizer Firmen, die KI über die API einkaufen.

OpenAI hat am 25. August 2026 an der Hot-Chips-Konferenz in Stanford die ersten gemessenen Benchmarks für «Jalapeño» vorgelegt – den ersten selbst entworfenen Inferenz-Chip des Unternehmens, gemeinsam mit Broadcom entwickelt. Auf dem öffentlichen InferenceX-Benchmark der Analysefirma SemiAnalysis liefert Jalapeño laut OpenAI 1,5 bis 1,9 Mal mehr KI-Arbeit pro Watt und 1,7 bis 3,6 Mal tiefere Antwortzeiten als die aktuell besten kommerziell verfügbaren Systeme – gemessen gegen Nvidias Blackwell-Generation. Dass ein Chip der ersten Generation etablierte Hardware schlägt, ist in der Halbleiterbranche die grosse Ausnahme.

Inferenz heisst: Der Chip lässt fertig trainierte KI-Modelle laufen, er trainiert sie nicht. Genau dort entstehen die laufenden Kosten – jede ChatGPT-Antwort, jeder API-Aufruf, jeder Agenten-Schritt.

Neun Monate vom Reissbrett in die Fabrik

Jalapeño wurde erst im Juni 2026 überhaupt angekündigt. Der Designstart lag Mitte 2024, das Tape-out – der Moment, in dem der fertige Entwurf zur Fertigung geht – im November 2025. OpenAI beziffert die Spanne vom ersten Chip-Design bis zum fertigen Blueprint auf neun Monate. Für einen Hochleistungs-ASIC ist das brutal schnell.

Geholfen haben dabei die eigenen Modelle. Ältere Generationen unterstützten den Entwurf, neuere die Optimierung. Konkret nennt OpenAI 8 Prozent weniger Fläche bei den SIMD-Einheiten und 10 Prozent bei der Matrix-Engine. Für ausgewählte Bausteine von GPT-OSS liefen KI-geschriebene Kernel 1,5 bis 1,8 Mal schneller als die Varianten menschlicher Experten.

Warum Watt die neue Währung ist

Die entscheidende Kennzahl ist nicht Leistung pro Chip, sondern Leistung pro Watt. SemiAnalysis begründet das nüchtern: Rechenzentren sind heute durch verfügbaren Strom limitiert, nicht durch Budget oder Fläche. Neue GPUs lassen sich schneller beschaffen als neue Netzanschlüsse.

Jalapeño ist mit 700 Watt spezifiziert, im Test blieb der Verbrauch bei 550 Watt oder darunter. Die Vergleichssysteme GB200 und GB300 liegen bei 1'200 respektive 1'400 Watt. Getestet wurde auf drei offenen Modellen: GPT-OSS 120B, DeepSeek R1 670B und Kimi K2.5 1T. Auf GPT-OSS erreichte der Chip rund 1'459 Token pro Sekunde und Nutzer, bei DeepSeek R1 über 700 Token pro Sekunde bei einer einzelnen Anfrage.

«The bottom line is that the results show a very, very significant performance advance over state of the art.» – Richard Ho, Head of Hardware bei OpenAI, in einem Presse-Call

Bemerkenswert: Jalapeño schafft das ohne Multi-Token-Prediction und ohne spekulatives Decoding – zwei gängige Beschleunigungstricks, die einige Vergleichssysteme sehr wohl nutzten. Da liegt also noch Luft drin.

Der CUDA-Burggraben bekommt Risse

SemiAnalysis-CEO Dylan Patel ordnet es so ein: «Usually first generation chips aren't competitive, but OpenAI is beating Nvidia Blackwell and even Rubin.» Die Analysten halten den Blackwell-Vergleich selbst für unfair – der richtige Gegner sei Nvidias neuere Vera-Rubin-Plattform, weil beide HBM4-Speicher nutzen. Auch dort liegt Jalapeño bei den Ausgabe-Token pro Megawatt vorn; bei den Gesamtbetriebskosten pro Token sind beide etwa gleichauf.

Der eigentliche Sprengsatz steckt in der Software. Nvidias Vorsprung beruhte jahrelang auf CUDA – dem Ökosystem, das jeder Konkurrent erst nachbauen muss. OpenAI brachte drei nicht eingeplante Open-Weight-Modelle in zwei Monaten mit Codex auf Tempo. SemiAnalysis' Fazit: «The CUDA moat is potentially dead given how fast OpenAI can bring up new models on their silicon.»

Was die Zahlen nicht zeigen

Die Skepsis gehört dazu. Alle Messwerte stammen von OpenAI selbst; SemiAnalysis hat einzelne Läufe vor Ort im Labor nachvollzogen, aber nicht die volle Benchmark-Suite gefahren. Getestet wurde nur ein vergleichsweise einfaches 8k/1k-Profil, nicht die mehrstufigen Langkontext-Lasten, die echte Agenten erzeugen. Nvidia und AMD haben längst Resultate auf grösseren Modellen publiziert, die auf Jalapeño noch gar nicht laufen. Und der wichtigste Punkt: Vera-Rubin-Systeme werden bereits an Kunden ausgeliefert, während Jalapeño über Engineering-Samples nicht hinaus ist. Richard Ho rechnet mit einem Deployment «in sehr kleinen Stückzahlen» Ende 2026, ernsthaft erst 2027.

Lugano rechnet mit sieben Megawatt

Für dich in der Schweiz ist die Energie-Rechnung der interessante Teil. Der nationale Supercomputer Alps am CSCS in Lugano – jene Maschine, auf der ETH und EPFL das Schweizer Sprachmodell Apertus trainiert haben – zieht im Schnitt rund sieben Megawatt. Das entspricht dem Verbrauch von 10'000 Schweizer Haushalten, wie der Nachhaltigkeitsforscher Vlad Coroama gegenüber SWI swissinfo vorgerechnet hat; der Strom kommt laut CSCS ausschliesslich aus Wasserkraft. Ein Zwei-Rack-System mit 128 Jalapeño-Chips zieht demgegenüber etwa 160 Kilowatt.

Rechenzentren stossen auch hierzulande an Netz- und Bewilligungsgrenzen, und Schweizer Strom ist nicht billig. Wenn pro Kilowattstunde mehr Token herausfallen, verschiebt das die Wirtschaftlichkeit jeder KI-Anwendung – auch der Schweizer. OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar argumentiert genau so: Effizienzgewinne senken die Kosten pro erfolgreichem Resultat, und die zahlst du am Ende in der API-Rechnung.

Gen 2 ist laut OpenAI bereits weit in der Entwicklung, Gen 3 nimmt Form an. Nvidia bleibt vorerst Lieferant und Partner – aber der Preisdruck hat gerade einen Namen bekommen.

Quellen

Jalapeño's first results show industry-leading speed and efficiency in AI inference – OpenAI↗ EXTERNER LINKThe full stack behind abundant intelligence – Sarah Friar, OpenAI↗ EXTERNER LINKOpenAI and Broadcom unveil LLM-optimized inference chip – OpenAI↗ EXTERNER LINKOpenAI's Jalapeño chip is built for fast inference at scale, benchmarks show – TechCrunch↗ EXTERNER LINKOpenAI Jalapeño: Better Than Nvidia Blackwell – SemiAnalysis↗ EXTERNER LINKOpenAI's first custom chip "Jalapeño" reportedly beats Nvidia's Blackwell and Rubin in inference benchmarks – The Decoder↗ EXTERNER LINKOpenAI's upcoming Jalapeño chip looks like it'll be an inference beast – The Register↗ EXTERNER LINKBroadcom and OpenAI unveil custom-built Jalapeño inference processor – Tom's Hardware↗ EXTERNER LINKWhat's the environmental cost of Switzerland's new supercomputer? – SWI swissinfo↗ EXTERNER LINKApertus: a fully open, transparent, multilingual language model – ETH Zürich↗ EXTERNER LINK
FIRMEN IN DIESEM ARTIKEL
NvidiaOpenAIDeepSeekETH ZürichEPFL
TEILEN
LinkedIn→X / Twitter→E-Mail→
KOSTENLOS ABONNIEREN
Diese News jeden Montag in dein Postfach?

WEITERLESENDas könnte dich auch interessieren.

Handgezeichnete Skizze einer altmodischen Registrierkasse mit blauem Gehäuse auf einem Tisch, daneben Notizblock mit Tabelle und Bleistift
Handgezeichnete Skizze einer altmodischen Registrierkasse mit blauem Gehäuse auf einem Tisch, daneben Notizblock mit Tabelle und Bleistift
KI-BUSINESS·10. OKTOBER 2026

OpenAI: Umsatz laut FT rund 20 Milliarden Dollar tiefer

Laut Financial Times liegt OpenAIs annualisierter Umsatz Ende September bei knapp 50 statt rund 70 Milliarden Dollar. Der Streit dreht sich um Zählweisen: Anthropic rechnet Cloud-Partner-Verkäufe mit, OpenAI nicht. Bloomberg nennt 70 Milliarden als Prognose für Jahresende.

Handgezeichnete Skizze einer Balkenwaage mit blauen Schalen, blauen Zifferblättern an der Wand, einem Karteikasten und einem Stempel
Handgezeichnete Skizze einer Balkenwaage mit blauen Schalen, blauen Zifferblättern an der Wand, einem Karteikasten und einem Stempel
KI-BUSINESS·10. OKTOBER 2026

Jev: Ein Modell ohne Text ist 7,5 Milliarden wert

TypeSafe AI sammelt 870 Millionen Dollar bei 7,5 Milliarden Bewertung ein, weniger als einen Monat nach dem Start von Jev. Das Modell liefert Entscheidungen statt Texte. Tempo und Kosten stammen aus Herstellerangaben. Wir ordnen ein, was das für Schweizer Firmen heisst.

Handgezeichnete Skizze einer Elektronik-Werkbank mit geöffnetem Laptop, blauem Kühlkörper und Lüftern, daneben Lupenlampe, Pinzette und Lötkolben
Handgezeichnete Skizze einer Elektronik-Werkbank mit geöffnetem Laptop, blauem Kühlkörper und Lüftern, daneben Lupenlampe, Pinzette und Lötkolben
KI-BUSINESS·8. OKTOBER 2026

Microsoft zeigt den Surface Laptop Ultra mit RTX Spark

Microsoft stellt den Surface Laptop Ultra mit Nvidias RTX Spark vor: bis 128 GB gemeinsamer Speicher für lokale KI, ab 2'599 Dollar. Dazu kommen Execution Containers, eine Sandbox für KI-Agenten unter Windows 11. Leistungsangaben sind Herstellerangaben, Schweizer Preise fehlen.

Handgezeichnete Skizze eines überquellenden Briefkastens mit einer blauen Lupe über einem Brief, dahinter Fächerwand
Handgezeichnete Skizze eines überquellenden Briefkastens mit einer blauen Lupe über einem Brief, dahinter Fächerwand
KI-BUSINESS·6. OKTOBER 2026

Google stoppt Bug-Bounty für Open Source wegen KI-Flut

Google pausiert sein Prämienprogramm für Sicherheitslücken in Open-Source-Software bis ins erste Quartal 2027, weil automatisierte KI-Meldungen das Programm überfluten. Die allermeisten seien ungültig. Wir ordnen ein, was weiterläuft und was das für die Schweiz heisst.

Tuschskizze eines offenen Tresors mit elektroblauer Tür, davor Bücherstapel und Münzen
Tuschskizze eines offenen Tresors mit elektroblauer Tür, davor Bücherstapel und Münzen
KI-BUSINESS·30. SEPTEMBER 2026

Anthropic-Prospekt: 4,6 Mrd. Umsatz, 518 Mrd. Verpflichtungen

Der durchgesickerte S-1 von Anthropic zeigt 4,6 Milliarden Dollar Umsatz 2025, einen operativen Verlust von über 8 Milliarden und 518 Milliarden an Rechenzusagen. Wir klären, was eingereicht und was geleakt ist, und ordnen Kundenkonzentration und Risikofaktoren für Schweizer Firmen ein.

Handgezeichnete Skizze einer offenen Tresortür in einem Büro, die Tür ist elektroblau ausgefüllt, daneben ein Tisch mit Buch und Schlüsselbund
Handgezeichnete Skizze einer offenen Tresortür in einem Büro, die Tür ist elektroblau ausgefüllt, daneben ein Tisch mit Buch und Schlüsselbund
KI-BUSINESS·29. SEPTEMBER 2026

Meta verkauft seinen KI-Stack an Firmen und holt den MongoDB-CEO

Meta startet die Enterprise Platform mit Muse-Agent, Business Agent, Muse API und Muse Code. Leiten soll sie CJ Desai, bisher CEO von MongoDB. Preise und Schweiz-Start sind offen, und die jüngste Muse-Sicherheitslücke bleibt eine Vertrauensfrage.

Mehr aus KI-Business →